Investoren in der Medizin: Gefahr für die Patientenversorgung?
Die Rolle von Investoren in der Medizin
In den letzten Jahren kaufen immer mehr Finanzinvestoren Hausarztpraxen und Medizinische Versorgungszentren (MVZ) in Deutschland. Diese Investoren wollen hohe Gewinne erzielen. Dafür setzen sie auf lukrative medizinische Leistungen wie Laboruntersuchungen oder spezielle Behandlungen. Weniger profitable Leistungen wie Hausbesuche oder Gespräche mit chronisch kranken Patienten werden oft vernachlässigt.
Folgen für die Patienten
Viele Hausärzte sind besorgt. Sie sagen, dass die medizinische Grundversorgung leidet. Ein Beispiel: Eine ältere Patientin sollte am grauen Star operiert werden. Ihr Hausarzt stellte fest, dass die Operation gar nicht nötig war. Solche unabhängigen Entscheidungen sind in investorengeführten MVZ seltener, weil die Ärzte unter Druck stehen, gewinnbringende Leistungen zu erbringen.
Komplexe Besitzverhältnisse
Die Eigentümerstrukturen der MVZ sind oft unklar. Viele Investoren verstecken sich hinter komplizierten Firmenkonstruktionen. Eine Studie der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) zeigt: 73 Prozent der investorengeführten Hausarzt-MVZ bieten nicht die volle hausärztliche Versorgung an. Patienten müssen deshalb oft einen zweiten Arzt aufsuchen.
Forderungen an die Politik
Die KVB und viele Hausärzte fordern ein bundesweites MVZ-Transparenzregister. So sollen Patienten wissen, wer hinter den MVZ steht. Außerdem braucht es strengere Regeln, um die medizinische Versorgung zu schützen. Die Regierung muss handeln, um die im Koalitionsvertrag vereinbarte Regulierung der MVZ endlich umzusetzen.