Italien setzt Schengen-Abkommen mit Spanien aus – Reaktion auf Migrantenansturm in Ceuta
Die aktuelle Lage in Ceuta
In der spanischen Exklave Ceuta, die an der nordafrikanischen Küste liegt, ist die Situation angespannt. Innerhalb weniger Tage sind Zehntausende Migranten in Ceuta angekommen. Viele von ihnen versuchen, über das Meer nach Ceuta zu gelangen. Dabei sind mindestens 57 Menschen ertrunken. Die Gründe für diesen plötzlichen Ansturm sind unklar. Experten vermuten, dass ein Gerichtsurteil in Spanien und Gerüchte in sozialen Medien eine Rolle spielen.
Italien setzt Schengen-Abkommen aus
Als Reaktion auf die Ereignisse in Ceuta hat Italien das Schengen-Abkommen mit Spanien ausgesetzt. Das bedeutet, dass Reisende aus Spanien nach Italien ihren Pass vorzeigen müssen. Die Maßnahme gilt zunächst für einen Monat. Italienische Behörden werden gezielt Drittstaatsangehörige kontrollieren. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni betonte, dass Italien nicht tatenlos zusehen werde. Sie bezeichnete die unkontrollierte Migration als Bedrohung für die Sicherheit Europas.
Frankreich verschärft Grenzkontrollen
Auch Frankreich reagiert auf die Situation. Innenminister Laurent Nuñez kündigte an, die Kontrollen an der Grenze zu Spanien zu verstärken. Sollten Migranten versuchen, nach Frankreich zu gelangen, werde man weitere Maßnahmen ergreifen. Frankreich hat bereits in den vergangenen Monaten die Kontrollen erhöht.
EU und Deutschland bieten Unterstützung an
Die Europäische Union hat Spanien Hilfe angeboten. Migrationskommissar Magnus Brunner erklärte, die EU sei bereit, Spanien unter anderem mit der Grenzschutzagentur Frontex zu unterstützen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nannte die Bilder aus Ceuta "inakzeptabel" und forderte, gefährliche Überfahrten zu stoppen und Schleusernetzwerke zu bekämpfen. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sich und betonte die Bedeutung des Schutzes der EU-Außengrenzen.