Kreative Strategien gegen rechtsextremes Merchandising
Das Problem mit rechtsextremen Symbolen
In Deutschland hat sich der Verkauf von rechtsextremer Kleidung und Accessoires zu einem lukrativen Geschäft entwickelt. Viele dieser Produkte tragen verschlüsselte Symbole oder Codes, die für Außenstehende harmlos wirken, aber in der Neonazi-Szene eine klare Bedeutung haben. Da viele Nazi-Symbole in Deutschland verboten sind, weichen die Händler auf Abkürzungen aus. Aus "Hitler" wird zum Beispiel "HTLR".
Die Kampagne "Recht gegen rechts"
Die Kampagne "Recht gegen rechts" hat einen innovativen Ansatz gefunden, um gegen dieses Problem vorzugehen. Sie sichert sich die Markenrechte an diesen verschlüsselten Symbolen und rechtsextremen Begriffen. Dadurch können Neonazis diese Symbole nicht mehr ohne Erlaubnis verwenden. Sollten sie es trotzdem tun, können sie rechtlich belangt werden. Die Kampagne wurde 2021 von der Werbeagentur Jung von Matt und der Organisation "Laut gegen Nazis" ins Leben gerufen.
Kreativität gegen Hass
Die Kampagne geht noch einen Schritt weiter: Sie verwandelt die rechtsextremen Codes in antifaschistische Botschaften. Ein Beispiel ist das T-Shirt mit der Aufschrift "HKNKRZ" (Abkürzung für "Hakenkreuz"). Die Buchstaben sind durchgestrichen und darunter steht: "Danke, Markenrecht: Wir haben diesen Nazi-Code als Marke eintragen lassen." So wird aus einem Hass-Symbol eine Botschaft gegen Hass.
Rechtliche und praktische Herausforderungen
Die Kampagne hat bereits einige Erfolge erzielt. Nach der Eintragung der ersten Marke verschwanden die entsprechenden Symbole innerhalb von 30 Minuten aus den Online-Shops. Dennoch gibt es Herausforderungen. Die Eintragung einer Marke ist teuer und dauert bis zu sechs Monate. Zudem gibt es immer wieder neue Codes, die schwer zu schützen sind. Die Kampagne ist auf Spenden angewiesen und wird von Hassnachrichten belästigt.