Bodensenkung bedroht die US-Ostküste
Das doppelte Problem an der Küste
An der Ostküste der USA steigt nicht nur der Meeresspiegel, sondern das Land sinkt auch. Diese Kombination erhöht den relativen Wasserstand besonders stark. Kleine jährliche Senkungen summieren sich über Jahrzehnte und begünstigen Überschwemmungen. Besonders dicht besiedelte Küstenabschnitte sind deshalb gefährdet. Das ist ein ernstes Problem für die Bewohner.
Forschung mit Satelliten
Forscher der Virginia Tech um Leonard O. Ohenhen werteten Radardaten verschiedener Satelliten aus den Jahren 2007 bis 2020 aus. Mit der Radarinterferometrie kartierten sie Bewegungen in einer bis zu 100 Kilometer breiten Küstenzone. Die Analyse umfasste 172 Küsten-Countys. Im Median sinkt der Untergrund um rund 1,3 Millimeter pro Jahr, lokal sogar bis zu 13 Millimeter. Bei einer Senkung von mindestens zwei Millimetern jährlich sind bis zu 2,1 Millionen Einwohner betroffen. Die mittlere Expositionsschätzung liegt bei rund 867.000 Immobilien.
Ursachen und Folgen
Der weiträumige Trend hat auch natürliche Ursachen. Nach dem Abschmelzen der Eisschilde der letzten Eiszeit verformt sich die Erdkruste allmählich zurück. Zusätzlich verursachen menschliche Eingriffe örtliche Unterschiede. Das Abpumpen von Grundwasser sowie das Zusammendrücken von Sedimenten verändern den Untergrund. Auch Verkehrswege und Küstenschutzanlagen sind gefährdet. Mehr als die Hälfte der Infrastrukturanlagen in New York, Baltimore und Norfolk liegt in Zonen mit Senkungsraten von ein bis zwei Millimetern pro Jahr. Auch die Landebahnen der Flughäfen John F. Kennedy und LaGuardia sind betroffen.