Neue Studie zeigt: Übergewicht als größerer Krebsrisikofaktor als angenommen
Übergewicht und Krebs: Ein unterschätztes Risiko
Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) sind weltweit ein wachsendes Problem. Viele Menschen wissen, dass zu viel Gewicht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes erhöht. Doch eine neue Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zeigt, dass Übergewicht auch ein größerer Risikofaktor für Krebs ist als bisher angenommen. Bis zu 11,5 Prozent aller Krebserkrankungen könnten auf zu hohes Körpergewicht zurückzuführen sein.
Warum ist Bauchfett besonders gefährlich?
Frühere Studien nutzten oft den Body-Mass-Index (BMI) als Maß für Übergewicht. Der BMI berücksichtigt jedoch nicht, wo sich das Fett im Körper ansammelt. Die DKFZ-Forscher haben nun herausgefunden, dass besonders Bauchfett das Krebsrisiko stark erhöht. Bauchfett ist nicht nur ein Speicher für überschüssige Kalorien, sondern funktioniert wie eine Drüse. Es setzt Signalstoffe frei, die Entzündungen im Körper fördern und das Wachstum von Tumoren begünstigen können.
Methodische Verbesserungen in der Studie
Die Studie des DKFZ-Teams um den Epidemiologen Hermann Brenner hat Daten von über 450.000 Menschen aus der britischen UK Biobank analysiert. Ein besonderer Fokus lag darauf, methodische Fehler früherer Studien zu vermeiden. So wurden beispielsweise die ersten sieben Jahre nach Studieneintritt nicht berücksichtigt, um Verzerrungen durch bereits bestehende Krebserkrankungen auszuschließen. Dadurch wurde der Zusammenhang zwischen Übergewicht und Krebs deutlicher sichtbar.
Geschlechtsspezifische Unterschiede
Die Studie deutet darauf hin, dass der Zusammenhang zwischen Übergewicht und Krebs bei Frauen stärker ausgeprägt ist als bei Männern. Eine mögliche Erklärung dafür könnte sein, dass bestimmte Krebsarten, von denen Frauen häufiger betroffen sind – wie Brust-, Gebärmutter- und Eierstockkrebs – hormonabhängig sind. Überschüssiges Bauchfett kann den Östrogenspiegel erhöhen, was das Wachstum dieser Krebsarten fördert.