Philippe Sands: Friedenspreis für Einsatz gegen Völkerrechtsverletzungen
Wer ist Philippe Sands?
Philippe Sands ist ein französisch-britischer Völkerrechtler und Autor. Er lehrt als Professor am University College London. Sands wurde durch seine Sachbücher bekannt. Eines seiner wichtigsten Werke ist „Rückkehr nach Lemberg“. Das Buch erzählt von der Geschichte seiner Familie während der deutschen Besatzung in der Ukraine im Zweiten Weltkrieg. Sands setzt sich seit Jahren für Gerechtigkeit und die Einhaltung des Völkerrechts ein.
Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels
Am 11. Oktober erhielt Sands den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wurde in der Frankfurter Paulskirche verliehen. Die Jury würdigte damit seinen Einsatz für Frieden und Völkerrecht. An der Veranstaltung nahmen viele bekannte Persönlichkeiten teil, darunter Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Kritik an der deutschen Israel-Politik
In seiner Dankesrede übte Sands scharfe Kritik an Deutschland. Er warf dem Land „unanständiges Schweigen“ im Umgang mit Israel vor. Sands betonte, dass Völkerrechtsverletzungen klar benannt werden müssen – besonders unter Freunden. Er sagte: „Es ist nicht antisemitisch. Es ist nicht Anti-Israel. Es ist die Wahrheit.“ Sands kritisierte auch die Debattenkultur in Deutschland. Seiner Meinung nach sollten Menschen, die Völkerrechtsverletzungen anprangern, nicht bestraft oder ausgeschlossen werden.
Appell für mehr Mut
Sands erinnerte daran, dass viele Staaten Israel bereits wegen ethnischer Säuberungen kritisiert haben. Er fragte: „Deutschland kennt sich aus mit ethnischer Säuberung. Warum dann das Schweigen?“ Sands forderte, dass Deutschland seine historische Verantwortung ernst nehmen und das Schweigen brechen müsse. Er beendete seine Rede mit einem Zitat aus Leonard Cohens Lied „Anthem“. Viele Zuhörer applaudierten begeistert.