Politische Botschaften im Fußball: Argentiniens umstrittenes Falkland-Plakat
Ein Sieg mit politischem Nachspiel
Argentinien hat das WM-Halbfinale gegen England mit 2:1 gewonnen. Nach dem Spiel zeigten die Spieler Lisandro Martínez und Giovani Lo Celso ein Plakat mit der Aufschrift: "Las Malvinas son argentinas". Damit bekräftigten sie den argentinischen Anspruch auf die Falklandinseln, die im Land als Malvinas bezeichnet werden. Die FIFA verbietet jedoch politische Botschaften bei ihren Wettbewerben. Es drohen nun disziplinarische Maßnahmen gegen den argentinischen Fußballverband oder die beteiligten Spieler.
Der historische Konflikt um die Falklandinseln
Der Streit um die Falklandinseln reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. 1982 eskalierte der Konflikt in einem Krieg zwischen Argentinien und Großbritannien. Über 70 Tage lang kämpften beide Seiten um die Kontrolle über die Inseln. Rund 1000 Soldaten starben. Großbritannien behielt die Oberhand und betrachtet die Inseln heute als britisches Überseegebiet. Bei einem Referendum 2013 stimmten die Bewohner der Inseln mit großer Mehrheit für den Verbleib beim Vereinigten Königreich.
FIFA-Regeln und frühere Vorfälle
Die FIFA hat klare Regeln gegen politische, ideologische oder religiöse Botschaften bei ihren Wettbewerben. Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich bei der EM 2024, als der spanische Spieler Rodri nach dem Finale den Spruch "Gibraltar ist spanisch" rief. Er wurde für ein Länderspiel gesperrt. Auch im aktuellen Fall könnten Geldstrafen oder Spielsperren verhängt werden.
Unterschiedliche Perspektiven in Argentinien
Nicht alle in Argentinien unterstützen die politische Botschaft der Spieler. Trainer Lionel Scaloni hatte vor dem Spiel gewarnt, Fußball und Politik zu vermischen. Die Vizepräsidentin Victoria Villarruel hingegen schrieb auf X: "Wir spielen gegen die Piraten-Usurpatoren. Das ist kein Spiel wie jedes andere." Ihr Vater hatte im Falklandkrieg für die argentinische Militärdiktatur gekämpft. Die unterschiedlichen Positionen zeigen, wie emotional das Thema in Argentinien immer noch ist.