Polwanderung: Wenn die Erde ihre Achse verschiebt
Was ist wahre Polwanderung?
Die wahre Polwanderung ist ein Prozess, bei dem sich die gesamte Erdoberfläche relativ zur Rotationsachse verschiebt. Diese Bewegung ist ein natürlicher Vorgang, der über lange Zeiträume stattfindet. Im Gegensatz zu anderen geologischen Prozessen hinterlässt die Polwanderung kaum sichtbare Spuren im Gestein.
Ursachen der Polwanderung
Die Erde ist ein rotierender Körper. Ihre Massenverteilung ändert sich mit der Zeit. Das passiert durch Prozesse im Erdmantel und die Bewegung der Kontinente. Diese Veränderungen führen dazu, dass sich das Trägheitsmoment der Erde verschiebt. Die Erde muss sich dann neu ausrichten, um den Zustand niedrigster Energie zu erreichen. Derzeit beträgt die Polwanderung etwa zehn Zentimeter pro Jahr. Manchmal kann diese Bewegung jedoch schneller werden.
Nachweis der Polwanderung
Wissenschaftler um Mathew Domeier haben eine neue Methode entwickelt, um die Polwanderung nachzuweisen. Sie analysieren Meeresspiegeländerungen. Die Erde ist am Äquator dicker, weil die Zentrifugalkraft dort am stärksten wirkt. Wenn die Erde kippt, verschiebt sich diese Wölbung. Das führt zu charakteristischen Mustern im Meeresspiegel. In zwei Vierteln der Erde steigt das Meer, in den anderen zwei Vierteln sinkt es.
Mögliche Auswirkungen
Eine schnelle Polwanderung hätte große Auswirkungen auf das Klima. Die Klimazonen sind an die Rotationsachse gekoppelt. Eine Region könnte innerhalb kurzer Zeit aus der gemäßigten Zone in die Tropen verschoben werden. Allerdings sind diese Veränderungen schwer nachzuweisen, da sie sich mit der Kontinentaldrift überlagern.