Erkältung und Kälte: Was die Wissenschaft sagt
Der Mythos von Kälte und Erkältung
Viele Menschen glauben, dass Kälte oder nasse Haare direkt zu einer Erkältung führen. Diese Annahme ist weit verbreitet, aber falsch. Wissenschaftliche Experimente haben gezeigt, dass nur Viren Erkältungen verursachen. Wenn man friert oder nasse Haare hat, aber keine Viren einatmet, wird man nicht krank. Kälte allein kann keine Infektion auslösen.
Die Rolle der Viren
Erkältungen werden durch Viren verursacht, die man einatmet. Diese Viren verbreiten sich durch Tröpfchen in der Luft, wenn eine kranke Person hustet oder niest. In kalter und trockener Luft überleben Viren länger und bleiben infektiös. Das erklärt, warum es im Winter mehr Erkältungen gibt. Studien mit Tieren haben gezeigt, dass Viren bei niedrigen Temperaturen leichter übertragen werden. Bei 5 Grad Celsius gelingt die Ansteckung häufiger als bei 20 Grad.
Kälte und die Abwehrkräfte des Körpers
Kälte beeinflusst auch die Abwehrmechanismen des Körpers. Besonders die Nase ist wichtig, weil ihre Schleimhaut die erste Barriere gegen Viren darstellt. Wenn es kalt ist, sinkt die Temperatur in der Nase. Das schwächt die Abwehrkräfte der Nasenschleimhaut. Normalerweise setzen die Zellen der Nasenschleimhaut kleine Bläschen frei, die Viren abfangen. Bei Kälte produzieren die Zellen weniger dieser Bläschen, sodass sich Viren leichter vermehren können.
Warum gibt es im Winter mehr Erkältungen?
Ein weiterer Grund für die häufigen Erkältungen im Winter ist das Verhalten der Menschen. Wenn es kalt ist, verbringen sie mehr Zeit in Innenräumen. Dort kommen sie enger zusammen, und die Viren können sich leichter verbreiten. In schlecht belüfteten Räumen sammeln sich virushaltige Tröpfchen in der Luft an. Das erhöht das Ansteckungsrisiko. Um sich zu schützen, sollte man regelmäßig lüften, die Hände waschen und engen Kontakt mit kranken Personen vermeiden.