Zwang, Flucht und Asyl: Das Schicksal russischer Wehrpflichtiger im Ukraine-Krieg
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Zwang, Flucht und Asyl: Das Schicksal russischer Wehrpflichtiger im Ukraine-Krieg

Systematische Rekrutierung und psychischer Druck

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 steht das russische Militär unter enormem Personalmangel. Besonders betroffen sind junge Wehrpflichtige wie Nikita Swesdow, die kurz nach ihrem 18. Geburtstag einberufen werden. Berichte deuten darauf hin, dass Bildungseinrichtungen gezielt Druck ausüben, um Schüler und Studenten in die Armee zu bringen. Swesdow selbst wurde von seiner Berufsschule verwiesen, was er als gezielte Maßnahme interpretiert, um ihn zur Einberufung zu zwingen.

Brutale Bedingungen in der Armee

Nach seiner Einberufung wird Swesdow in die berüchtigte Militäreinheit Nr. 25573 bei Ussurijsk geschickt. Diese Einheit ist bekannt für Schikanen, Erpressungen und sogar Todesfälle. Swesdow berichtet von extremen körperlichen Strafen, wie Liegestütze mit Gasmaske und Läufen mit schwerem Gewicht. Trotz seiner Weigerung, einen Vertrag zu unterschreiben, wird er unter Androhung strafrechtlicher Verfolgung dazu gezwungen. Seine Verzweiflung führt sogar zu einem Suizidversuch.

Fluchtroute und Asylantrag in Deutschland

Als Swesdow erfährt, dass er zu den Sturmtruppen in das besetzte ukrainische Gebiet bei Melitopol geschickt werden soll, flieht er. Mit seinem ersten Sold kauft er sich frei und reist über Armenien, Bosnien-Herzegowina und Kroatien nach Deutschland. Dort beantragt er Asyl, doch sein Antrag wird abgelehnt. Nach der Dublin-Verordnung ist Kroatien für seinen Fall zuständig. Swesdow findet vorübergehend Schutz in einer evangelischen Kirche, um einer Abschiebung zu entgehen.

Geringe Asylchancen und rechtliche Hürden

Die Asylchancen für russische Deserteure in Deutschland sind minimal. Laut Menschenrechtsaktivist Alexej Koslow von der Organisation Solidarus wird Desertion allein nicht als Asylgrund anerkannt. Nur wenn eine konkrete politische Verfolgung nachgewiesen werden kann, besteht Aussicht auf Schutz. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bestätigt, dass jeder Fall individuell geprüft wird. Doch selbst wenn Schutz gewährt wird, bleibt das Risiko einer Abschiebung nach Russland bestehen, wo Deserteuren Folter und illegale Inhaftierung drohen.

Folterkeller und systematische Menschenrechtsverletzungen

In Russland gibt es zahlreiche Berichte über illegale Gefängnisse für Kriegsdienstverweigerer. Organisationen wie ASTRA haben 29 solcher Einrichtungen identifiziert, in denen Soldaten unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten, gefoltert und erpresst werden. Ehemalige Insassen berichten von extremen Misshandlungen, wie dem Aufhängen an Ketten oder dem Verweigern von Nahrung. Swesdow hofft, dass er nicht in diese Situation gerät, falls er abgeschoben wird. Sein Fall zeigt die komplexen rechtlichen und humanitären Herausforderungen, denen russische Deserteure gegenüberstehen.

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Quiz

Mehrere Antworten pro Frage können richtig sein.

  1. 1. Warum wird Nikita Swesdow gezielt zur Armee geschickt?
  2. 2. Wie wird Nikita in der Militäreinheit Nr. 25573 behandelt?
  3. 3. Welche Route nimmt Nikita auf seiner Flucht?
  4. 4. Warum wird Nikitas Asylantrag in Deutschland abgelehnt?
  5. 5. Welche Bedingungen herrschen in den illegalen Gefängnissen für russische Deserteure?
  6. 6. Welche rechtlichen Hürden gibt es für russische Deserteure in Deutschland?

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