Schönheitsoperationen: Können sie das Selbstwertgefühl wirklich verbessern?
Bild: Seoultouchup · Quelle · Public domain
Kultur Wissenschaft

Schönheitsoperationen: Können sie das Selbstwertgefühl wirklich verbessern?

Die Hoffnung hinter Schönheitsoperationen

Viele Menschen entscheiden sich für eine Schönheitsoperation. Sie lassen sich die Nase korrigieren, die Haut straffen oder Haare verpflanzen. Sie erhoffen sich mehr als nur ein verändertes Aussehen. Vor allem wollen sie sich in ihrem Körper wohler fühlen und selbstbewusster durchs Leben gehen. Die Frage ist: Kann eine Schönheitsoperation das wirklich leisten?

Kurzfristige Zufriedenheit mit dem Aussehen

Studien zeigen, dass viele Menschen nach einer gelungenen Operation zufriedener mit ihrem Äußeren sind. Sie empfinden ihren Körper als stimmiger und können ihn besser akzeptieren. Besonders bei Eingriffen wie dem Bodycontouring, bei dem nach starkem Gewichtsverlust überschüssige Haut entfernt wird, sind die Effekte positiv. Eine Studie des Psychologen Tilmann von Soest zeigte, dass sich Frauen noch fünf Jahre nach einem plastisch-chirurgischen Eingriff wohler in ihrem Körper fühlten.

Selbstwertgefühl: Kaum Veränderungen

Doch die Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl sind weniger klar. Einige Studien fanden leichte positive Effekte, andere jedoch keine. Eine Übersichtsarbeit der Psychiaterin Harmeen Jagpal kommt zu dem Schluss, dass sich der Selbstwert kaum bis gar nicht verbessert. Bei manchen Patientinnen verschlechterte sich sogar der psychische Zustand. Zum Beispiel war das Suizidrisiko nach einer Brustvergrößerung zwei- bis dreimal höher. Ob die Operation dafür verantwortlich ist, bleibt unklar.

Erwartungen entscheiden über Zufriedenheit

Wie glücklich jemand nach einer Schönheitsoperation ist, hängt vor allem von den Erwartungen ab. Wer ein realistisches Körperideal hat, das durch den Eingriff erreicht werden kann, ist oft zufriedener. Doch wenn der Körper als Projektionsfläche für unrealistische Ideale dient, kann auch die beste Operation die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit nicht schließen. Manche Menschen entwickeln dann eine Art Sucht nach Operationen. Sie lassen sich immer wieder behandeln, aber das eigentliche Problem bleibt bestehen.

Psychische Erkrankungen als Ausschlusskriterium

Menschen mit psychischen Erkrankungen, wie der körperdysmorphen Störung, profitieren meist nicht von Schönheitsoperationen. Bei dieser Störung halten Betroffene bestimmte Körperteile für extrem hässlich und leiden stark darunter. Auch nach einer Operation sind sie oft unzufrieden. Solche Erkrankungen gelten eigentlich als Ausschlusskriterium für Schönheitsoperationen. Doch nicht alle Ärzte kennen sich damit aus oder fragen danach. Daher finden Betroffene manchmal trotzdem jemanden, der operiert.

Dieser Text greift Themen und Fakten aus einer Quelle auf und gibt sie in eigenen Worten wieder, angepasst an Sprachniveau B2.

Lizenz des Textes und des Quiz: CC BY-NC 4.0

Text bewerten: Kommentieren:
Teilen:

Quiz

Mehrere Antworten pro Frage können richtig sein.

  1. 1. Was erhoffen sich Menschen von einer Schönheitsoperation?
  2. 2. Was zeigen Studien über die Zufriedenheit mit dem Aussehen nach einer Operation?
  3. 3. Wie wirken sich Schönheitsoperationen auf das Selbstwertgefühl aus?
  4. 4. Was passiert, wenn jemand unrealistische Erwartungen an eine Operation hat?
  5. 5. Warum profitieren Menschen mit körperdysmorpher Störung oft nicht von Schönheitsoperationen?
  6. 6. Was ist ein Ausschlusskriterium für Schönheitsoperationen?
Quiz bewerten: Kommentieren:

Weiterlesen

B1 Sprachniveau ändern C1