Schröders Putin-Besuch löst Empörung aus
Kritik von der Bundesregierung
Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau besucht. Dieser Besuch hat in Deutschland für große Empörung gesorgt. Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete das Treffen als „unmoralisch“. Russland führt seit 2022 einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Merz betonte, Putin sei allein verantwortlich für das Leid der Menschen in der Ukraine.
Das Auswärtige Amt und das Bundesinnenministerium erklärten, sie seien nicht über Schröders Reise informiert worden. Auch die deutsche Botschaft in Moskau habe ihm keine Unterstützung angeboten. Viele Politiker finden, dass Schröder mit seinem Besuch ein falsches Signal sendet.
Scharfe Reaktionen aus der Politik
Die Kritik an Schröder kam aus fast allen politischen Lagern. Die CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann schrieb, es sei kaum noch in Worte zu fassen. Während Schröder mit Putin feierte, starben Menschen in der Ukraine durch russische Angriffe. Die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt nannte den Besuch eine „Schande für Deutschland“.
Besonders scharf äußerte sich die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Sie bezeichnete Schröder als „Deutschlands frechsten Rentner“. Schröder hatte zuvor Termine im Untersuchungsausschuss zur Klimastiftung Mecklenburg-Vorpommern abgesagt. Doch für den Besuch bei Putin sei er gesund genug gewesen. Viele sehen darin eine Doppelmoral.
Verteidigung aus der SPD
Nicht alle Politiker verurteilten den Besuch. Der SPD-Politiker Ralf Stegner verteidigte Schröder. Er sagte, Schröder könne „Türen zu Putin öffnen“. Stegner betonte, Schröder gehöre zu den wenigen Menschen in Deutschland, die noch direkten Zugang zu Putin hätten. Wenn der Besuch dem Frieden auch nur ein wenig diene, sei er ein Erfolg.
SPD-Chef Lars Klingbeil hingegen distanzierte sich von Schröder. Er nannte den Besuch „völlig inakzeptabel“. Russland führe einen brutalen Krieg gegen die Ukraine. Klingbeil machte klar, dass die SPD Schröders Handeln nicht unterstützt.