Singapurs Erfolg: Sauberkeit durch Regeln und Bürgerbeteiligung
Sauberkeit als Staatsziel
Singapur ist weltweit für seine Sauberkeit bekannt. Die Nationale Umweltbehörde (NEA) führte 2025 über 13.600 Kontrollen durch, um Umweltsünder zu bestrafen. Besonders streng geht die Stadt gegen das Werfen von Müll aus Hochhäusern vor. Die Regierung hat Sauberkeit zu einem wichtigen Ziel erklärt und setzt auf strenge Regeln und hohe Strafen.
Kampagnen und Bürgerbeteiligung
Seit 1968 gibt es die Kampagne „Keep Singapore Clean“. Sie soll nicht nur Müll reduzieren, sondern auch das Verhalten der Bürger ändern. Schulen, Unternehmen und Medien sind eingebunden. Die Regierung fördert auch die Renovierung öffentlicher Toiletten mit bis zu zehn Millionen Singapur-Dollar. Bürger können sich an Kontrollen und Verbesserungen beteiligen.
Historische Wurzeln
Nach der Unabhängigkeit 1965 wollte Singapurs Regierung eine moderne, saubere Stadt schaffen. Sauberkeit war Teil eines größeren Modernisierungsprojekts. Parallel wurden Kanalisationen ausgebaut und Gesundheitsgesetze verschärft. Die Kampagne „Keep Singapore Clean“ war ein wichtiger Schritt, um nationale Identität und Stolz zu stärken.
Erfolg durch „sanften Autoritarismus“
Experten wie Marco Bünte von der Universität Erlangen-Nürnberg sprechen von einem „sanften Autoritarismus“. Die Regierung setzt auf Erziehung, Strafen und Kampagnen, um gewünschtes Verhalten durchzusetzen. Gleichzeitig schätzen viele Bürger die Sauberkeit, weil sie gesundheitliche Vorteile bringt. Die Kombination aus Regeln und Bürgerbeteiligung macht Singapur zu einer der saubersten Städte der Welt.