Wawira Njiru erhält den Deutschen Afrika-Preis
Wawira Njiru erhält den Deutschen Afrika-Preis
Wawira Njiru aus Kenia bekommt dieses Jahr den Deutschen Afrika-Preis. Die 35-jährige Unternehmerin hat mit einer kleinen Spendenaktion begonnen. Damals wollte sie nur 25 Schulkindern helfen. Heute versorgt ihre Organisation Food4Education täglich mehr als 600.000 Kinder in Kenia mit Mahlzeiten. Dafür beschäftigt sie 6000 Mitarbeitende. Der Preis wird am 4. November von der deutschen Ministerin Reem Alabali Radovan überreicht.
Von Australien zurück nach Kenia
Nach ihrem Schulabschluss studierte Njiru Ernährungswissenschaft in der australischen Stadt Adelaide. Dort lernte sie, welchen Einfluss nahrhafte Mahlzeiten auf Kinder haben. Als sie merkte, dass ihre Kommilitonen Geld spenden wollten, startete sie ihre erste Aktion. Sie beschreibt sich selbst als hartnäckig und fleißig. Es sei schwer, ihr weiszumachen, dass etwas nicht möglich ist. In Kenia musste sie lernen, Menschen zu finden, die an sie glauben. Heute sind mehr als 70 Prozent ihrer Mitarbeitenden Frauen, weil viele Männer nicht glaubten, dass eine junge Frau sie beschäftigen kann.
Ein digitales System für Schulessen
Food4Education versorgt heute 19.000 Schulen mit Essen. Die Eltern zahlen dafür nur etwa 3 Eurocent pro Mahlzeit. Die Zahlung erfolgt über ein digitales Armband, das jedes Kind trägt. Damit wird jede Mahlzeit registriert. 80 Prozent der Lebensmittel kommen von lokalen Kleinbauern. Njiru sagt, dass Schulmahlzeiten früher als Wohltätigkeit galten. Heute beweist sie, dass es wirtschaftliche Infrastruktur ist. Die Kinder fehlen seltener im Unterricht und lernen besser.