Sozialunternehmerin Wawira Njiru und ihr Unternehmen Food4Education
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Sozialunternehmerin Wawira Njiru und ihr Unternehmen Food4Education

Wawira Njiru und ihr Sozialunternehmen Food4Education

Die 35-jährige Kenianerin Wawira Njiru erhält in diesem Jahr den Deutschen Afrika-Preis. Die Auszeichnung wird am 4. November von der Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Reem Alabali Radovan, überreicht. Der Preis wird seit 1993 von der Deutschen Afrika-Stiftung verliehen. Njiru begann ihre Karriere mit einer bescheidenen Spendenaktion für 25 Schulkinder. Heute beschäftigt ihr Sozialunternehmen Food4Education 6000 Mitarbeitende und versorgt täglich mehr als 600.000 Kinder an 19.000 Schulen in Kenia mit warmen Mahlzeiten. Diese Entwicklung begann, als Njiru 21 Jahre alt war und ihr Ziel noch deutlich bescheidener schien.

Studium in Australien und Rückkehr nach Kenia

Nach dem Schulabschluss verließ Njiru ihre Heimat und studierte Ernährungswissenschaft in Adelaide, Australien. Dort wurde ihr bewusst, welche zentrale Rolle nahrhafte Ernährung für die Entwicklung von Kindern spielt. Als sie feststellte, dass ihre Kommilitonen nach Möglichkeiten suchten, sich sozial zu engagieren, initiierte sie ihre erste Spendenaktion. Njiru beschreibt sich als hartnäckig und fleißig, und es sei ihr schwergefallen, akzeptieren zu müssen, dass bestimmte Ziele unerreichbar sein könnten. In der kenianischen Gesellschaft musste sie zudem lernen, Unterstützer zu finden, die an sie glaubten und für sie bürgten. Aufgrund der Vorbehalte vieler männlicher Arbeitssuchender, die nicht glaubten, dass eine junge Frau sie beschäftigen könne, sind heute über 70 Prozent ihrer Angestellten Frauen.

Digitales Zahlungssystem und lokale Wirtschaft

Das Finanzierungsmodell von Food4Education basiert auf mehreren Säulen. Neben Spenden und staatlichen Mitteln zahlen die Eltern einen geringen Betrag von etwa 5 kenianischen Schilling, was umgerechnet ungefähr 3 Eurocent entspricht. Die Bezahlung erfolgt über das sogenannte "Tap-to-Eat"-System, bei dem jedes Kind ein Armband trägt, mit dem jede Mahlzeit digital erfasst wird. Dieses System ermöglicht nicht nur die Zahlungskontrolle, sondern auch die Nachverfolgung, wie viele Mahlzeiten tatsächlich ausgegeben werden. Rund 80 Prozent der verwendeten Lebensmittel stammen von lokalen Kleinbauern, wodurch diese einen verlässlichen Absatzmarkt erhalten. Njiru betont, dass Schulmahlzeiten lange als reine Wohltätigkeit betrachtet wurden, ihre Organisation jedoch bewiesen habe, dass es sich dabei um wirtschaftliche Infrastruktur handle. Die positiven Effekte auf den Schulbesuch und die Lernleistungen der Kinder bestätigen diesen Ansatz.

Dieser Text greift Themen und Fakten aus einer Quelle auf und gibt sie in eigenen Worten wieder, angepasst an Sprachniveau B2.

Lizenz des Textes und des Quiz: CC BY-NC 4.0

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Quiz

Mehrere Antworten pro Frage können richtig sein.

  1. 1. Seit wann wird der Preis verliehen?
  2. 2. Was studierte Njiru in Australien?
  3. 3. Wie viel zahlen die Eltern ungefähr?
  4. 4. Was machen 80 Prozent der Bauern?
  5. 5. Warum sind die meisten Mitarbeitenden Frauen?
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