St. Pauli: Zwischen Tradition und Moderne
St. Pauli im Wandel
St. Pauli ist Hamburgs bekanntester, berüchtigter und lebendigster Stadtteil. Wer an St. Pauli denkt, denkt vor allem an die Reeperbahn, die Große Freiheit und ihre Clubs oder den Altonaer Fischmarkt. Doch der Kiez wandelt sich seit einigen Jahren zu einem neuen, moderneren Quartier. Zugleich bleibt sich St. Pauli vielerorts treu: bunt, unangepasst und links. Der Stadtteil liegt ziemlich genau im Zentrum Hamburgs. Merian stellt spannende neue Orte, altbekannte Sehenswürdigkeiten und Ausgeh-Tipps vor.
Das Millerntor-Stadion
Das Millerntor-Stadion liegt im Zentrum von St. Pauli und ist die Heimat des FC St. Pauli. Wer will, kann eine Führung durch das Stadion buchen, das so anders ist als die meisten anderen. Hier gibt es mehr Steh- als Sitzplätze, das „Piratennest“, einen Kindergarten mit Blick aufs Spielfeld und den „Rabauken-Block“ für Mini-Fans. Man sieht im Stadion wenig Werbung, dafür umso mehr Streetart, Graffiti und politische Botschaften. In großen Buchstaben steht hier: „Kein Mensch ist illegal“ oder „Kein Fußball den Faschisten“. Verein und Fans gelten als links. Die Profis waren zwar nie Deutscher Meister, aber im Blindenfußball holte der Verein schon den Titel.
Der Grüne Bunker und die Theater
Der Grüne Bunker an der Feldstraße, der Schnittstelle zwischen St. Pauli und dem Schanzenviertel, ist seit Sommer 2024 offiziell geöffnet. Das neue Gebäude beherbergt Gastronomie, eine Veranstaltungshalle, ein Hotel und einen öffentlichen Dachgarten, den Besucher über eine außenliegende Treppe erreichen. Mehr als 4.700 Bäume, Gehölze und Stauden wurden gepflanzt. Von oben reicht der Blick bis zur Elbphilharmonie und dem Hafen. Rund 60 Millionen Euro kostete der Umbau. Im Schmidts Tivoli läuft das Musical „Heiße Ecke“. Corny Littmann nennt es das erfolgreichste deutsche Musical. Über 5.100 Vorstellungen liefen in 20 Jahren nach der Premiere 2003. Im Stage Operettenhaus werden seit 40 Jahren die größten Musicals gezeigt.
Essen, Parks und Nachtleben
In St. Pauli isst man gern Fisch an den Landungsbrücken oder Currywurst bei Lucullus, einem hell erleuchteten Imbiss gegenüber der Davidwache. Die Panik City im Klubhaus ehrt Sänger Udo Lindenberg. Der Antonipark, im Volksmund Park Fiction genannt, ist eine grüne Oase an einem Elbhang mit Blick auf Elbe und Hafen. Dort kann man auf den stählernen Palmen sitzen. Es gibt viele angesagte Bars wie die Collab Bar in der Hein-Hoyer-Straße. Auch Krimi-Touren durch das Rotlichtviertel werden mehrmals pro Woche angeboten. Dort erzählt man an Orten wie der Kneipe „Zum Goldenen Handschuh“ von Mord und Milieu.