Streit um Kopftuchverbot an aserbaidschanischen Schulen
Proteste gegen neue Schulregeln
In Aserbaidschan gibt es seit fast einer Woche Proteste. Schülerinnen und Schüler demonstrieren gegen ein Kopftuchverbot an Schulen. Viele Mädchen tragen ein islamisches Kopftuch und dürfen nicht mehr am Unterricht teilnehmen. Auch Jungen unterstützen sie aus Solidarität. Die Proteste sind ungewöhnlich, weil öffentliche Kundgebungen in Aserbaidschan selten sind. Die Polizei löst Demonstrationen meist schnell auf.
Reaktion der Regierung und Schulen
Die Regierung hat das Bildungsgesetz geändert. Es betont die säkulare Bildung und verlangt, dass alle Schüler und Lehrer eine einheitliche Kleidung tragen. Das Kopftuch wird nicht direkt erwähnt, aber einige Schulen interpretieren die Regeln als Verbot. Mädchen mit Kopftuch werden nach Hause geschickt. Die Regierung sagt, jede Schule entscheidet selbst über die Umsetzung der Regeln.
Internationale Reaktionen und Konflikte
Der Streit hat auch internationale Auswirkungen. Ein Berater des türkischen Präsidenten kritisierte das Verbot. Er sagte, es sei falsch, Mädchen wegen eines Kopftuchs den Zugang zu Bildung zu verwehren. Die aserbaidschanische Regierung antwortete, dass enge Beziehungen keine Einmischung in innere Angelegenheiten rechtfertigen. In der Türkei gab es sogar eine Demonstration vor dem aserbaidschanischen Konsulat.
Folgen für Betroffene
Viele Familien und Lehrer sind verunsichert. Eine Lehrerin berichtete, dass Mädchen mit Kopftuch nicht mehr unterrichten dürfen. Einige Mädchen nehmen ihr Kopftuch ab, andere wollen von zu Hause aus lernen. Ein Vater sagte, es gehe nicht um ein landesweites Verbot, sondern um die Schuluniform. Die Polizei hat 37 Personen festgenommen, weil sie den Schulbetrieb gestört haben sollen. Ein Aktivist wurde zu 30 Tagen Haft verurteilt, nachdem er Nachhilfe für betroffene Schüler anbot.