Terroranschlag in Krakau: Sechs Tote bei Schießerei auf dem Hauptmarkt
Der Tathergang
Am Samstagnachmittag gegen 15 Uhr ereignete sich in der polnischen Stadt Krakau ein schwerer Angriff auf dem Hauptmarkt im Stadtzentrum. Ein Mann fuhr mit seinem Auto auf den Platz und eröffnete wahllos das Feuer auf Passanten. Dabei kamen sechs Menschen ums Leben – vier Frauen und zwei Männer. Fünfzehn weitere Personen wurden verletzt, zwölf davon befinden sich in kritischem oder lebensgefährlichem Zustand. Unter den Getöteten ist eine britische Staatsbürgerin, unter den Verletzten befinden sich Staatsangehörige aus Deutschland, Österreich, Portugal, Russland, Großbritannien und Polen. Auf seiner Flucht stieß der Täter mit einem anderen Auto zusammen, stieg aus und schoss auf die herbeigeeilten Einsatzkräfte. Diese erwiderten das Feuer und konnten den Mann schließlich festnehmen und in ein Krankenhaus bringen.
Angaben zum Täter
Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen 24-jährigen polnischen Staatsbürger, der legal eine Waffe besaß. Er benutzte eine zivile Version des Sturmgewehrs AR-15 und trug militärähnliche Kleidung sowie eine schusssichere Weste. Laut Verteidigungsminister war der Mann jedoch kein Soldat der polnischen Armee. Im Haus des Täters fanden die Ermittler später die Leichen von zwei Frauen und einem Mann, vermutlich Familienmitglieder des Schützen. Im Fahrzeug entdeckte die Polizei zahlreiche Teile weiterer Waffen sowie Munition. Der Mann war zuvor nicht straffällig geworden, doch nach Angaben des Innenministers mutmaßlich von rechtsextremer Ideologie fasziniert.
Reaktionen der Regierung und der Öffentlichkeit
Ministerpräsident Donald Tusk bezeichnete die Tat noch am selben Abend als „Akt des Terrorismus“. Er rief zwei landesweite Trauertage für Sonntag und Montag aus. Auch der Bürgermeister von Krakau ordnete eine Staatstrauer bis zum 11. November an. Zahlreiche Kulturinstitutionen in der Stadt sagten geplante Aufführungen und Konzerte ab. Tusk appellierte an Politiker aller Parteien, nicht mit der Tragödie zu spielen. Aus dem Ausland gingen zahlreiche Beileidsbekundungen ein. Bundeskanzler Friedrich Merz sprach sein aufrichtiges Beileid auf Polnisch aus und betonte die Solidarität Deutschlands. Der ukrainische Präsident Selenskyj verurteilte das „schockierende Verbrechen“, und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen versicherte, Europa stehe mit Polen in Trauer und Solidarität.