40 Jahre .de: Die Erfolgsgeschichte der deutschen Internetadresse
Vierzig Jahre deutsche Internetadresse
Am 5. November 2025 wird die deutsche Länderkennung .de 40 Jahre alt. Dieses Jubiläum feiert die wichtigste deutsche Internetadresse, die seit vier Jahrzehnten existiert. Heute gibt es über 18 Millionen registrierte .de-Domains, womit .de zu den größten Länderendungen weltweit gehört. Die technische Infrastruktur bewältigt täglich rund 3,5 Milliarden Nameservice-Anfragen und sorgt dafür, dass die Adressen weltweit erreichbar sind. Tom Keller, Vorstand der DENIC, betont zum Jubiläum: Aus den frühen, überschaubaren Netzstrukturen ist eine leistungsfähige digitale Infrastruktur geworden. Thomas Rickert vom Verband Eco nennt .de eine echte Erfolgsgeschichte und sieht den Namensraum zunehmend als wirtschaftlichen Wettbewerbsfaktor.
Die Entwicklung der Verwaltung
Die Geschichte begann 1986, als das US-Forschungsnetzwerk CSNET die Verwaltung übernahm. 1988 ging diese an die Universität Dortmund über, zu diesem Zeitpunkt waren gerade einmal sechs .de-Domains registriert. Mit der zunehmenden Verbreitung des Internets stiegen die Anforderungen an die Verwaltung. 1993 entstand der Interessenverbund IV-DENIC. Am 17. Dezember 1996 gründeten 37 Internet-Service-Provider die DENIC eG als genossenschaftlich organisierte Registrierungsstelle. Barbara Stolz, Vorständin der DENIC, sagt: .de steht wie kaum eine andere Länderkennung für die Verbundenheit mit Deutschland.
Domainhandel und neue Herausforderungen
Domainadressen werden als digitale Immobilien gehandelt. 2008 wechselte shopping.de für fast zwei Millionen Euro den Besitzer, während kredit.de fast 900.000 Euro kostete. Heute kostet eine Neuregistrierung meist nur wenige Euro, doch für kurze, einprägsame Begriffe werden weiterhin hohe Summen gezahlt. 2025 wurde ferienhaus.de für 357.000 Euro über den Kölner Marktplatz Sedo verkauft. Der Markt ist jedoch spürbar abgekühlt gegenüber den Boomjahren 2007 und 2008. Aktuell bewerben sich 481 Antragsteller mit 1.615 Bewerbungen um neue generische Endungen wie .agent, .chatgpt oder .taylorswift. Gleichzeitig verändern Apps und KI die Nutzung: Nutzer tippen seltener vollständige Adressen ein und lassen sich von KI-Systemen direkt informieren.