Cannabiskonsum und seine Auswirkungen auf den Schlaf
Die Studie und ihre Methodik
Forscher haben in einer Studie untersucht, wie sich nichtmedizinischer Cannabiskonsum auf den Schlaf auswirkt. Sie nutzten Sensoren am Handgelenk, um bei 891 Teilnehmern sieben Tage lang Schlafdauer, nächtliche Bewegungsunruhe und Wachzeiten zu messen. Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 61 Jahre alt. Zusätzlich füllten 1.128 Personen einen Fragebogen zu ihrer subjektiven Schlafqualität aus. Die Forscher unterschieden zwischen aktuellen Konsumenten, früheren Konsumenten und Personen, die nie Cannabis genutzt hatten.
Messergebnisse und Schlafqualität
Die Sensoren zeigten, dass Menschen mit aktuellem Cannabiskonsum im Schnitt 20 Minuten länger schliefen. Gleichzeitig wachten sie aber öfter auf und hatten mehr Unterbrechungen. Sie verbrachten 1,74 Prozentpunkte weniger ihrer Schlafperiode tatsächlich schlafend. Die nächtliche Wachzeit erhöhte sich um gut elf Minuten. Frühere Konsumenten unterschieden sich in diesen Messungen nicht signifikant von Menschen ohne Konsumerfahrung.
Langfristige Auswirkungen
Die Forscher berechneten sogenannte Cannabisjahre, um den Einfluss der Konsumdauer zu untersuchen. Ein Cannabisjahr entspricht 365 Tagen Konsum. Mit jedem zusätzlichen Cannabisjahr sank der gemessene Schlafanteil um 0,18 Prozentpunkte, während die nächtliche Wachzeit um 0,85 Minuten zunahm. Interessanterweise fanden sich in den Fragebögen keine entsprechenden Unterschiede in der selbst eingeschätzten Schlafqualität.
Grenzen der Studie
Die Studie ist eine Beobachtungsstudie und zeigt keine kausalen Zusammenhänge. Es ist also unklar, ob Cannabis die Schlafprobleme verursacht oder ob Menschen mit Schlafproblemen eher zu Cannabis greifen. Zudem wurden Menge, Häufigkeit und Konsumform von den Teilnehmern selbst angegeben, was die Daten ungenau machen kann. Die Forscher betonen, dass ihre Daten nicht belegen, dass Cannabis als Schlafhilfe nützlich ist.