Cherson: Systematischer Terror durch russische Drohnenangriffe
Gezielte Menschenjagd als Terrorkampagne
Die südukrainische Stadt Cherson ist seit Jahren Schauplatz einer gezielten Terrorkampagne der russischen Armee. Mit kleinen FPV-Drohnen, die mit Sprengstoff bestückt sind, werden Zivilisten systematisch angegriffen. Diese Angriffe, von den Bewohnern als „Safari“ bezeichnet, haben bereits Tausende Opfer gefordert. Die UN dokumentiert diese Verbrechen, doch die internationale Gemeinschaft zeigt sich weitgehend ohnmächtig.
Die Rolle humanitärer Helfer
Humanitäre Organisationen wie der Berliner Verein „Be an Angel“ spielen eine entscheidende Rolle. Sie liefern nicht nur lebensnotwendige Güter wie Nahrung und Medikamente, sondern organisieren auch die Evakuierung gefährdeter Personen. Andreas Tölke, ein Mitglied des Vereins, beschreibt die Situation: Über den Straßen hängen Netze, um Drohnen abzuwehren, doch diese Maßnahmen reichen oft nicht aus. Die verwendeten Drohnen sind handelsübliche Modelle, die leicht zu beschaffen sind.
Psychologische und physische Folgen des Terrors
Die ständigen Angriffe haben verheerende Auswirkungen auf die Bevölkerung. Die 60.000 verbliebenen Einwohner leben in ständiger Angst und versuchen, sich so wenig wie möglich im Freien aufzuhalten. Organisationen wie „Sylni bo Vilni“ bieten Schutzräume in Kellern und psychologische Unterstützung an. Die Rentnerin Nina beschreibt den Alltag mit den Worten: „Wir bewegen uns wie Unsterbliche. Bekreuzigen, beten und los geht's.“
Historischer Kontext und aktuelle Entwicklungen
Cherson wurde 2022 von russischen Truppen besetzt, die während dieser Zeit schwere Kriegsverbrechen begingen. Seit der Rückeroberung durch die Ukraine ist die Stadt weiterhin Ziel systematischer Angriffe. Die Nähe zum von Russland besetzten Ufer des Dnipro macht die Lage besonders gefährlich. Ihor Tschornyj von „Sylni bo Vilni“ berichtet, dass selbst einfache Maßnahmen wie Störsender an Fahrzeugen helfen, Drohnenangriffe abzuwehren.
Die Zukunft der Stadt und ihrer Bewohner
Viele Einwohner, wie Victoria und ihre Tochter, sehen keine andere Möglichkeit, als die Stadt zu verlassen. Die humanitären Helfer organisieren Busse, um die Menschen in sichere Gebiete zu bringen. Dennoch gibt es auch solche, die bleiben und Widerstand leisten. Ihor Tschornyj betont: „Sie beschießen uns mit Bomben, mit Drohnen, mit Artillerie. Es gibt keinen Strom und kein Wasser. Aber wir halten das aus.“ Die Bewohner Chersons zeigen eine bemerkenswerte Resilienz, doch die Frage bleibt, wie lange sie diesen Terror noch ertragen können.