Das Megaprojekt am Yarlung Tsangpo: Chinas größtes Wasserkraftwerk und seine Folgen
Ein Jahrhundertprojekt in Tibet
China baut am Fluss Yarlung Tsangpo das größte Wasserkraftwerk der Welt. Mit einer Leistung von 60 Gigawatt soll es fast dreimal so viel Strom erzeugen wie das bisher größte Kraftwerk. Der Bau dauert voraussichtlich über 20 Jahre. Das Projekt ist wichtig für Chinas Energiewende, aber es gibt internationale Bedenken wegen der Umweltfolgen.
Wie funktioniert Wasserkraft?
Wasserkraftwerke nutzen das Gefälle von Flüssen, um Strom zu erzeugen. Sie sind eine bewährte und klimafreundliche Energiequelle, da sie kaum CO₂ ausstoßen. Weltweit liefern sie etwa 15 Prozent des globalen Stroms. Allerdings haben sie auch Nachteile: Der Bau von Staudämmen verändert Flüsse und stört Ökosysteme. Das betrifft auch Menschen, die am Fluss leben.
Warum ist das Projekt umstritten?
Der Yarlung Tsangpo ist ein wichtiger Fluss in Asien. Er fließt durch Tibet, Indien und Bangladesch. Das Kraftwerk könnte den Wasser- und Sedimenthaushalt des Flusses verändern. Das hätte Folgen für Millionen Menschen. Zudem gibt es kaum Forschung zu den Ökosystemen in der Region. Experten befürchten, dass das Kraftwerk die Natur stark beeinträchtigt.
Technische Herausforderungen
Das Kraftwerk wird in einer abgelegenen und seismisch aktiven Region gebaut. Es gibt Tunnel durch Berge und große Turbinen. Die Fallhöhe des Wassers beträgt etwa 2000 Meter – mehr als bei jedem anderen Kraftwerk. Ein Speichersee soll helfen, die Stromproduktion gleichmäßig zu halten. Doch die genauen Pläne sind noch nicht bekannt.