Cucurbitacin: Wie bitterer Kürbis zur tödlichen Gefahr wird
Ein harmloses Gericht mit Folgen
Im Herbst sind Kürbisgerichte sehr beliebt. Viele Menschen kochen Suppe, Risotto oder Kuchen mit Kürbis. Doch manchmal kann ein einfaches Gericht gefährlich werden. Eine Frau kochte Kürbissuppe aus ihrem Garten. Die Suppe schmeckte bitter. Sie dachte, die Sahne sei sauer. Ihre Gäste aßen die Suppe. Später hatten alle starke Magen-Darm-Beschwerden. Der bittere Geschmack kam von einem Gift namens Cucurbitacin.
Was ist Cucurbitacin?
Cucurbitacin ist ein Gift, das in Kürbisgewächsen vorkommt. Dazu gehören Kürbisse, Zucchini, Gurken und Melonen. Normalerweise enthalten essbare Sorten wenig von diesem Gift. Doch unter bestimmten Bedingungen kann die Pflanze mehr Cucurbitacin produzieren. Stressfaktoren wie Hitze, Trockenheit oder Krankheiten können dazu führen. Auch Kreuzungen mit Zierkürbissen, die viel Cucurbitacin enthalten, sind eine Gefahr. Wenn man die Samen solcher Pflanzen im nächsten Jahr aussät, können die neuen Früchte sehr giftig sein.
Schwere Vergiftungsfälle
Es gab schon mehrere schwere Vergiftungsfälle durch Cucurbitacin. 2015 starb ein Mann in Baden-Württemberg, nachdem er einen Auflauf mit bitteren Zucchini gegessen hatte. Seine Frau überlebte, weil sie weniger aß. In Indien trank eine Frau bitteren Flaschenkürbissaft. Sie erlitt eine Magen-Darm-Blutung und ein Multiorganversagen. Solche Fälle sind selten, aber sie zeigen, wie gefährlich das Gift sein kann.
Wie kann man sich schützen?
Um eine Vergiftung zu vermeiden, sollte man vor dem Kochen ein kleines Stück des Kürbisses probieren. Schmeckt es bitter, sollte man ihn nicht essen. Das Gift bleibt auch beim Kochen erhalten. Wer Kürbisse selbst anbaut, sollte Abstand zu Zierkürbissen halten. Samen für die nächste Aussaat sollte man entweder neu kaufen oder die neuen Früchte besonders auf Bitterkeit prüfen.