Der politische Mord an Semjon Skrepezki: Ein Fall von Staatsterrorismus?
Wer war Semjon Skrepezki?
Semjon Skrepezki, mit bürgerlichem Namen Robert Kuzowkow, war ein russischer Künstler, der vor allem durch seine politischen Karikaturen bekannt wurde. Er kritisierte in seinen Werken russische Politiker wie Wladimir Putin, Ramsan Kadyrow und Alexander Lukaschenko. 2021 floh er aus Russland nach Polen, wo er Asyl erhielt. Dort lebte er mit seiner Familie und setzte seine künstlerische und aktivistische Arbeit fort.
Ein brutaler Mord mit politischen Hintergründen
Am 15. Juni 2026 wurde Skrepezki in der polnischen Stadt Biała Podlaska erschossen. Ein Unbekannter feuerte fünf Schüsse auf ihn ab, drei davon trafen ihn, als er bereits am Boden lag. Die Polizei fand am Tatort Patronenhülsen des Kalibers 9 mm Luger – dieselbe Munition, die auch bei anderen politischen Morden verwendet wurde, etwa beim „Tiergartenmord“ 2019 in Berlin oder der Ermordung des russischen Hubschrauberpiloten Maxim Kusminow 2024 in Spanien.
Verdacht auf Staatsterrorismus
Polens Ministerpräsident Donald Tusk äußerte den Verdacht, dass es sich um einen politischen Mord handeln könnte. Sollte Russland dahinterstecken, wäre dies ein Fall von Staatsterrorismus. Auch Kollegen und Aktivisten wie der belarussische Künstler Wlad Bokhan glauben, dass der Mord politisch motiviert war. Skrepezki hatte kurz vor seinem Tod Drohungen erhalten, nachdem er eine provokante Aktion vor der russischen Botschaft in Berlin durchgeführt hatte.
Ein Leben unter Drohungen
Skrepezki war bekannt für seine provokanten Aktionen. Bei seiner letzten Aktion in Berlin zeigte er ein Bild, auf dem Stalin Putin als Kleinkind in den Armen hält. Solche Aktionen brachten ihm viele Feinde ein. Kollegen berichten, dass er ständig Drohungen erhielt. Auch seine persönlichen Daten waren in einer umstrittenen ukrainischen Datenbank gelistet, die Personen als „Gefahr für die Ukraine“ einstuft. Trotz der Gefahr plante Skrepezki weitere Aktionen in Warschau und Berlin.