Die Bedeutung von Stadtbäumen im Klimawandel und wie wir sie schützen können
Stadtbäume als natürliche Klimaanlagen
Stadtbäume sind entscheidend, um die Hitze in Städten zu mildern. Sie spenden nicht nur Schatten, sondern kühlen durch Verdunstung die Luft. Unter einem Baum kann es bis zu 12 Grad kühler sein als in der Umgebung. Besonders in Zeiten des Klimawandels, der durch die Nutzung fossiler Brennstoffe verursacht wird, sind Bäume unverzichtbar. Sie helfen, die Lebensqualität in Städten zu verbessern und extreme Temperaturen erträglicher zu machen.
Die Herausforderungen für Stadtbäume bei Dürre
Durch anhaltende Hitze und Trockenheit leiden Stadtbäume jedoch stark. Sie schließen ihre Spaltöffnungen, um Wasser zu sparen, was jedoch die Photosynthese reduziert. Die Folge: Die Bäume hungern und werfen Blätter ab. Besonders betroffen sind junge Bäume, die noch kein tiefes Wurzelsystem ausgebildet haben. Aber auch alte Bäume kämpfen mit Problemen, wenn der Boden verdichtet ist oder sie in kleinen Pflanzgruben stehen.
Wie viel Wasser brauchen Bäume?
Junge Bäume benötigen mindestens 10 bis 15 Liter Wasser pro Tag, um zu überleben. Besser ist es, zwei- bis dreimal pro Woche größere Mengen zu gießen, damit das Wasser tief in den Boden sickert. Ausgewachsene Bäume brauchen dagegen 200 bis 400 Liter pro Woche. Da das Gießen mit Eimern bei alten Bäumen kaum ausreicht, ist es wichtig, gezielt zu bewässern, um die Wurzeln zu erreichen.
Die Rolle der Bürger:innen beim Schutz der Stadtbäume
Da Städte und Gemeinden oft nicht genug Ressourcen haben, um alle Bäume zu bewässern, sind Privatpersonen gefragt. Experten wie Jürgen Bauhus von der Universität Freiburg betonen, dass selbst kleine Wassermengen helfen können, Bäume in Dürrezeiten am Leben zu erhalten. Bewässerungsbeutel oder -kissen, die Wasser langsam abgeben, sind dabei besonders effektiv. Wichtig ist, dass das Wasser nicht an der Oberfläche bleibt, sondern tief in den Boden sickert.
Langfristige Lösungen für den Erhalt von Stadtbäumen
Um Städte auch in Zukunft lebenswert zu halten, müssen langfristige Strategien entwickelt werden. Experten fordern, dass Bäume, Parks und Grünflächen als essenzielle Infrastruktur betrachtet werden – ähnlich wie Straßen oder Stromleitungen. Neubauten sollten so gestaltet sein, dass Regenwasser versickern oder in Zisternen gespeichert werden kann. Zudem brauchen Bäume mehr unversiegelten Boden, um tiefere Wurzeln auszubilden und besser gegen Dürre gewappnet zu sein.