Die Klimabilanz von Elektroautos: Mehr als nur emissionsfreies Fahren
Die Grenzen der heutigen Regulierung
Elektroautos stoßen beim Fahren keine Abgase aus. Doch die Klimabilanz eines Fahrzeugs umfasst mehr als nur den Betrieb. Die Herstellung der Batterie, die Stromerzeugung und das Recycling am Ende des Lebenszyklus spielen eine entscheidende Rolle. Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) haben 19 Studien mit 47 Szenarien ausgewertet. Ihr Ergebnis: Im Durchschnitt verursachen Elektroautos 41 Prozent weniger CO₂ über ihren gesamten Lebenszyklus als Verbrenner.
Warum die aktuelle Regelung nicht ausreicht
Die aktuellen EU-Vorschriften berücksichtigen vor allem die direkten Emissionen während der Fahrt. Das bedeutet, dass ein Elektroauto als emissionsfrei gilt. Doch diese Regelung ignoriert wichtige Faktoren wie die CO₂-Emissionen bei der Produktion oder die Herkunft des Stroms. Die TUM-Forscher kritisieren diese Lücke. Sie fordern, dass die Regulierung den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs einbeziehen sollte.
Große Unterschiede je nach Szenario
Die Auswertung zeigt, dass die Klimabilanz von Elektroautos stark variiert. In den meisten Szenarien schneiden Elektroautos besser ab als Verbrenner. Doch es gibt auch Fälle, in denen Elektroautos mehr CO₂ verursachen. Das hängt davon ab, wie der Strom erzeugt wird und wie klimafreundlich die Produktion ist. Die Wissenschaftler betonen, dass zusätzliche Maßnahmen nötig sind, um die Klimabilanz weiter zu verbessern.