Ratko Mladić: Verehrung trotz Verurteilung
Ein verurteilter Kriegsverbrecher
Ratko Mladić war Kommandeur der Armee der bosnischen Serben. Er wurde wegen Völkermords, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen verurteilt. Trotz dieser Verurteilung wird er in Teilen Bosniens und Serbiens als Held verehrt. Viele Menschen trauern um ihn und zünden Kerzen an.
Geteilte Gesellschaft in Bosnien
Bosnien und Herzegowina besteht aus zwei Teilen: der Republika Srpska und der Föderation Bosnien und Herzegowina. In der Republika Srpska sehen viele Menschen Mladić als Nationalhelden. Politiker wie Milorad Dodik und Drasko Stanivukovic unterstützen diese Ansicht. In der Föderation hingegen wird Mladićs Tod anders aufgenommen. Hier betonen Vertreter von Opfern und Überlebenden, dass seine Verherrlichung eine Beleidigung für die Familien der Opfer ist.
Unterstützung aus Serbien
Auch in Serbien wird Mladić verehrt. Der serbische Präsident und Justizminister planen ein Staatsbegräbnis mit militärischen Ehren. Andere Stimmen, wie die NGO Europäische Bewegung Serbien, kritisieren dies scharf. Sie warnen, dass ein Staatsbegräbnis einer institutionellen Verherrlichung gleichkäme und Serbien schaden würde.
Die Rolle des Dayton-Abkommens
Das Dayton-Abkommen beendete 1995 den Krieg in Bosnien. Es schuf eine komplexe politische Struktur mit zwei Entitäten. Diese Teilung spiegelt die ethnischen Spannungen wider, die bis heute bestehen. Viele Experten sagen, dass das Abkommen keine Mechanismen zur Aufarbeitung der Vergangenheit enthält. Dadurch bleibt die Gesellschaft tief gespalten.