Die ökologische Katastrophe des Aralsees
Einst ein Riese – heute nur noch Reste
Der Aralsee in Zentralasien war einst der viertgrößte Binnensee der Welt. Heute ist er auf ein Zehntel seiner ursprünglichen Größe geschrumpft. Übrig geblieben sind der Westliche und der Nördliche Aralsee. Die Region, die früher vom See geprägt war, ist heute eine trockene, salzige Wüste.
Die Geschichte des Aralsees ist eng mit der Geschichte der Region verbunden. Ursprünglich lebten dort Nomaden. Im 19. Jahrhundert kam die Gegend unter russische Herrschaft. Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 wurde das Gebiet zwischen Kasachstan und Usbekistan aufgeteilt. Früher war der See ein wichtiger Lebensraum für viele Tiere, darunter Fische, Vögel und sogar Tiger. Heute ist das Ökosystem stark zerstört.
Die Ursachen der Austrocknung
Der Aralsee wurde hauptsächlich von zwei Flüssen gespeist: dem Amu Darya und dem Syr Darya. In der sowjetischen Ära begann man, große Mengen Wasser aus diesen Flüssen für die Landwirtschaft zu entnehmen. Ziel war es, Wüstengebiete in fruchtbares Land zu verwandeln und vor allem Baumwolle anzubauen. Ein Experte warnte bereits 1964 vor den Folgen, doch in der Diktatur der Sowjetunion wagte niemand, die Pläne zu hinterfragen.
Die Folgen für Mensch und Natur
Die Austrocknung des Aralsees hatte verheerende Folgen. Die Wasseroberfläche schrumpfte dramatisch, und das verbleibende Wasser wurde immer salziger. Viele Fischarten starben aus, und die Fischerei, die früher ein wichtiger Wirtschaftszweig war, brach zusammen. Die neu entstandene Wüste, die Aralkum, ist nicht nur extrem trocken, sondern auch mit Pestiziden belastet, die in der Landwirtschaft verwendet wurden.
Seit 2013 gibt es Anzeichen für eine leichte Erholung. Ein Damm, der mit internationaler Hilfe gebaut wurde, hält Wasser im Nördlichen Aralsee zurück. Dadurch ist der Salzgehalt gesunken, und einige Fischarten kehren zurück. Der Westliche Aralsee hingegen wird wahrscheinlich weiter schrumpfen, da er kaum noch Wasserzufuhr erhält. Gelegentlich füllt sich der östliche Teil des ehemaligen Sees im Frühling mit Wasser, doch diese Flächen trocknen schnell wieder aus.