Europa im Fieber: Warum der Kontinent sich schneller erwärmt
Eine extreme Hitzewelle in Europa
Dieses Frühjahr erlebt Westeuropa eine ungewöhnlich starke Hitzewelle. Von Großbritannien über Deutschland bis nach Spanien und Italien – überall herrschen extrem hohe Temperaturen. Verantwortlich dafür ist eine sogenannte Wärmekuppel. Ein Hochdrucksystem aus Nordafrika hält die heiße Luft über Europa fest. Diese Wetterlage bewegt sich nur langsam und führt zu anhaltender Hitze.
Klimawandel verstärkt Hitzewellen
Laut dem Copernicus Climate Change Service der EU haben solche Wettersysteme in den letzten 25 Jahren zugenommen. Hitzewellen werden häufiger und extremer. Klimawissenschaftlerin Friederike Otto erklärt, dass diese Rekordhitze die „Fingerabdrücke des Klimawandels“ trägt. Europa erwärmt sich fast doppelt so schnell wie der weltweite Durchschnitt. Seit dem 19. Jahrhundert ist die Durchschnittstemperatur in Europa um 2,5 Grad Celsius gestiegen.
Warum erwärmt sich Europa schneller?
Ein Grund ist die Nähe zur Arktis, die sich noch schneller erwärmt. Wenn das Eis in der Arktis schmilzt, wird weniger Sonnenlicht reflektiert. Stattdessen nimmt das dunkle Meer die Wärme auf – das nennt man den Albedo-Effekt. Auch in den Alpen schmilzt der Schnee früher, was die Erwärmung beschleunigt.
Veränderte Winde und saubere Luft
Ein weiterer Faktor sind die sich ändernden Winde des Jetstreams. Durch den Klimawandel teilt sich der Jetstream häufiger in zwei Äste. Das führt zu länger anhaltenden Hitzewellen, besonders in Westeuropa. Paradoxerweise hat auch die sauberere Luft in Europa einen Einfluss: Früher reflektierten Schadstoffe aus Abgasen Sonnenlicht und kühlten so die Atmosphäre. Heute fehlt dieser kühlende Effekt.