Frühe Pestausbrüche in Sibirien: Neue Erkenntnisse
Die Entdeckung der frühen Pest
Forscher haben herausgefunden, dass es schon vor etwa 5500 Jahren Pestausbrüche in Sibirien gab. Sie untersuchten alte DNA aus den Überresten von Jägern und Sammlern am Baikalsee. Dabei fanden sie Spuren eines tödlichen Stamms des Pestbakteriums Yersinia pestis. Diese Entdeckung ändert die bisherige Annahme, dass die Pest erst in dicht besiedelten Gebieten auftrat.
Das Leben der Jäger und Sammler
Die Menschen, die damals am Baikalsee lebten, waren Jäger und Sammler. Sie lebten nicht in Städten, sondern zogen umher. Trotzdem verbreitete sich die Pest unter ihnen. Die Forscher fanden heraus, dass etwa 39 Prozent der untersuchten Toten an der Pest gestorben waren. Es gab mindestens zwei große Ausbrüche im Abstand von mehreren hundert Jahren.
Warum traf die Pest besonders Kinder?
Ein Friedhof in der Region zeigte viele Gräber von Kindern und Jugendlichen. Die Forscher glauben, dass die Pest für Kinder besonders tödlich war. Das Bakterium hatte ein Gen namens ypm, das ein Superantigen codiert. Dieses kann zu einer starken Überreaktion des Immunsystems führen und schwere Krankheiten auslösen.
Mögliche Ansteckungswege
Die Jäger und Sammler könnten sich bei Murmeltieren angesteckt haben. Diese Tiere gelten bis heute als Träger des Pestbakteriums. In älteren Gräbern fanden sich Zähne von Murmeltieren, was darauf hinweist, dass die Menschen diese Tiere jagten und so möglicherweise die Pest bekamen.