Geschlechtertrennung in Bnei Brak: Ein Konflikt zwischen Religion und Gleichberechtigung
Der Streit in Bnei Brak
In der israelischen Stadt Bnei Brak hat die Stadtverwaltung versucht, Gehwege für Männer und Frauen zu trennen. Sie hat Schilder aufgestellt und Geländer gebaut. Viele Menschen in Israel waren empört. Sie finden, dass solche Maßnahmen gegen die Gleichberechtigung verstoßen. Das Oberste Gericht in Israel hat bereits früher entschieden, dass solche Trennungen nicht erlaubt sind.
Reaktionen und Proteste
Nach heftigen Protesten hat die Stadt die Pläne gestoppt. Die Schilder und Geländer wurden wieder entfernt. Trotzdem bleibt das Thema aktuell. Viele liberale Israelis befürchten, dass ultra-orthodoxe Gruppen mehr Einfluss gewinnen könnten. Besonders vor den anstehenden Wahlen im Herbst ist der Streit politisch brisant.
Geschlechtertrennung im Judentum
Geschlechtertrennung ist in orthodoxen jüdischen Gemeinden nicht ungewöhnlich. In Synagogen gibt es getrennte Bereiche für Männer und Frauen. Auch bei Hochzeiten und Feiern sitzen Männer und Frauen oft getrennt. In Bnei Brak gibt es viele Festsäle, die für Hochzeiten genutzt werden. Die lokalen Rabbiner wollten, dass Gäste schon vor der Feier getrennt ankommen können.
Rechtliche Situation in Israel
Das Oberste Gericht in Israel hat in der Vergangenheit mehrfach gegen Geschlechtertrennung entschieden. 2011 urteilte das Gericht, dass in Bussen keine Trennung nach Geschlechtern angeordnet werden darf. 2017 wurde die Stadt Beit Shemesh aufgefordert, Schilder zu entfernen, die Frauen bestimmte Gehwege verboten. Diese Urteile zeigen, dass die Gleichberechtigung in Israel gesetzlich verankert ist.
Aktuelle Entwicklungen in der Politik
Parallel zu dem Streit in Bnei Brak hat die Knesset, das israelische Parlament, ein neues Gesetz beschlossen. Es erlaubt Universitäten und Fachhochschulen, Masterstudiengänge und Doktorandenprogramme nach Geschlechtern getrennt anzubieten. Viele Hochschulen kritisieren das Gesetz. Sie befürchten, dass akademische Standards darunter leiden könnten und Frauen benachteiligt werden.