Giftmüll in Kampanien: Die tödlichen Machenschaften der Camorra
Das „Land der Feuer“ und seine Opfer
Die Region um die italienische Stadt Acerra nahe Neapel wird „Terra dei Fuochi“ – „Land der Feuer“ – genannt. Seit den 1970er-Jahren hat die Camorra-Mafia hier illegal Giftmüll vergraben und verbrannt. Der Müll stammt von Unternehmen aus ganz Italien und dem Ausland. Die Folgen für die Bevölkerung sind verheerend: Viele Menschen erkranken an Krebs, und die Krebsrate ist die höchste in ganz Italien.
Die Rolle der Mafia und korrupter Behörden
Die Camorra hat mit dem illegalen Müllgeschäft viel Geld verdient. Korrupte Behörden haben weggesehen oder sogar geholfen. Aktivisten wie Alessandro Cannavacciuolo und Michele Pannella kämpfen seit Jahren gegen die Verschmutzung. Sie dokumentieren die illegalen Mülldeponien und setzen sich für die Rechte der betroffenen Menschen ein. Doch der Kampf ist gefährlich: Sie erhalten Drohungen und wurden sogar körperlich angegriffen.
Ein Sieg vor Gericht
Cannavacciuolo und andere Betroffene haben vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte geklagt. Sie warfen dem italienischen Staat vor, die Bevölkerung nicht ausreichend geschützt zu haben. Der Gerichtshof gab ihnen Recht. Italien muss nun den Müll beseitigen und die Region sanieren. Doch die Sanierung ist eine Milliardenaufgabe und wird Jahre dauern.
Der Papst als Hoffnungsträger
Heute besucht Papst Leo XIV. die Region. Er trifft sich mit Betroffenen und Aktivisten, um ihnen Mut zu machen. Der Besuch des Papstes lenkt internationale Aufmerksamkeit auf das Problem. Die Menschen hoffen, dass die Regierung nun mehr tut, um die Region zu retten.