Island lehnt Wiederaufnahme von EU-Beitrittsgesprächen ab
Das Ergebnis des Referendums
In Island haben die Menschen in einem Referendum entschieden. Sie sollten abstimmen, ob ihr Land wieder Gespräche über einen Beitritt zur Europäischen Union (EU) aufnehmen soll. Die Mehrheit der Isländerinnen und Isländer stimmte dagegen. 52,8 Prozent waren gegen die Wiederaufnahme der Gespräche, 47,2 Prozent dafür. Die Regierungschefin Kristrún Frostadóttir akzeptierte das Ergebnis und nannte es einen „Sieg der Demokratie“.
Warum war die Wahl wichtig?
Die Gespräche über einen EU-Beitritt Islands liegen seit 2013 auf Eis. Frostadóttir hatte versprochen, die Bevölkerung über eine mögliche Wiederaufnahme der Verhandlungen entscheiden zu lassen. Das Referendum war also ein zentrales Versprechen ihrer Regierung. Jetzt ist klar: Island wird vorerst keine neuen Gespräche mit der EU führen.
Sicherheit und Wirtschaft als Themen
Im Wahlkampf spielten zwei Themen eine große Rolle: die Sicherheit und die Wirtschaft. Frostadóttir argumentierte, dass ein EU-Beitritt Island mehr Sicherheit bringen könnte. Island ist ein kleines Land und hat keine eigene Armee. Es ist Mitglied der NATO, aber einige Menschen fürchten, dass das nicht ausreicht. Wirtschaftlich ist Island bereits eng mit der EU verbunden, hat aber kein Mitspracherecht bei wichtigen Entscheidungen.
Der Streit um die Fischerei
Ein großes Problem bleibt die Fischerei. Die Fischerei ist sehr wichtig für Island. Viele Isländer haben Angst, dass sie die Kontrolle über ihre Fischereigewässer verlieren, wenn Island der EU beitritt. Schon bei früheren Verhandlungen war das ein Streitpunkt. Frostadóttir hatte versprochen, die Gespräche abzubrechen, wenn Island die Kontrolle über die Fischerei nicht behalten darf.