Korallenarchive belegen verstärkte El-Niño-Variabilität
El Niño und seine globalen Auswirkungen
El Niño ist ein zentrales Klimaphänomen, das im tropischen Pazifik entsteht. Wenn sich das Oberflächenwasser dort ungewöhnlich stark erwärmt, hat das weltweite Folgen. Regenzonen verschieben sich, und in verschiedenen Regionen kommt es häufiger zu Dürren, Überschwemmungen oder Ernteausfällen. Bisher war unklar, ob die starken El-Niño-Ereignisse der letzten Jahrzehnte noch im Rahmen natürlicher Schwankungen liegen.
Korallen als Langzeitarchiv
Ein Forscherteam um Julia E. Cole von der University of Michigan hat diese Frage nun untersucht. Die Wissenschaftler analysierten moderne und fossile Korallen von den Galápagosinseln. Korallen speichern in ihren Kalkskeletten chemische Informationen über die Wassertemperatur. So konnten die Forscher die Temperaturentwicklung im östlichen Pazifik über die letzten tausend Jahre rekonstruieren.
Ergebnisse der Studie
Die Studie zeigt, dass die Temperaturvariabilität des El-Niño-Systems im östlichen Pazifik seit den 1980er-Jahren um 36,5 Prozent höher liegt als im vorindustriellen Jahrtausend. Die jüngsten starken El-Niño-Ereignisse stechen in diesem Langzeitvergleich deutlich hervor. Klimamodelle, die natürliche Schwankungen wie Vulkanausbrüche oder Veränderungen der Sonnenaktivität berücksichtigen, konnten diesen Anstieg nicht reproduzieren.
Mögliche Ursachen und Folgen
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die globale Erwärmung das El-Niño-Phänomen bereits verstärkt. Allerdings ist noch unklar, über welchen Mechanismus dies geschieht. Da El Niño bereits heute extreme Wetterereignisse mitverursacht, könnten stärkere Ereignisse in Zukunft noch schwerwiegendere Folgen haben. Gleichzeitig trifft El Niño auf ein wärmeres Grundklima, was die Auswirkungen zusätzlich verschärfen könnte.