Muskel-Implantate: Können sie Sport ersetzen?
Die Idee hinter den Muskel-Implantaten
Forscher aus China haben eine neue Methode entwickelt, um Muskeln zu stärken – ohne Bewegung. Sie entnahmen Mäusen Muskelstammzellen, ließen diese im Labor zu Muskelzellen heranwachsen und pflanzten sie den Tieren unter die Haut zurück. Dort bildeten die Zellen funktionierendes Muskelgewebe, das sich kontinuierlich zusammenzog. Diese sogenannten Myografts verbesserten bei alten und fettleibigen Mäusen Muskelmasse, Kraft und Stoffwechselwerte.
Wie wirken die Implantate auf den Körper?
Die Myografts senden ständig Signalstoffe aus, die ähnlich wie beim Sport den Stoffwechsel und andere Organe beeinflussen. Bei jungen Mäusen wurden die Muskelfasern dicker, und Entzündungsmarker verringerten sich. Bei alten Mäusen stieg die Knochendichte, und fettleibige Mäuse verloren Fett, während ihr Blutzucker sank. Die Implantate könnten somit eine Alternative für Menschen sein, die sich nicht bewegen können.
Mögliche Anwendungen und Grenzen
Die Forscher testeten auch, ob die Implantate therapeutische Proteine produzieren können. Dazu schleusten sie Gene in die Muskelzellen ein, sodass die Myografts beispielsweise Parathormon oder Wachstumshormon abgaben. Dies könnte in Zukunft für Zell- und Gentherapien genutzt werden. Allerdings stammen alle Ergebnisse bisher nur aus Versuchen mit Mäusen. Ob die Methode beim Menschen sicher und wirksam ist, bleibt unklar.