Maria Magdalena – zwischen Mythos und Wirklichkeit
Eine zentrale Figur im Neuen Testament
Maria Magdalena spielt eine wichtige Rolle in den Evangelien. Die Bibel berichtet, dass Jesus sie von sieben Dämonen befreite. Sie begleitete ihn, war Zeugin seiner Kreuzigung und entdeckte am Ostermorgen das leere Grab. Als erste Zeugin der Auferstehung verkündete sie den Jüngern die frohe Botschaft. Deshalb wird sie auch als „Apostelin der Apostel“ bezeichnet. Ihre Bedeutung in der Heilsgeschichte ist somit zentral.
Vom Ruf als Sünderin zur Apostelin
Trotz ihrer wichtigen Rolle wurde Maria Magdalena im Laufe der Geschichte oft falsch dargestellt. Um das Jahr 600 n. Chr. verband Papst Gregor der Große sie mit zwei anderen Frauen aus der Bibel: einer unbekannten Sünderin und Maria von Bethanien. Er behauptete, die sieben Dämonen stünden für die sieben Todsünden, was ihr den Ruf einer reuigen Prostituierten einbrachte. Diese Darstellung prägte ihr Bild über Jahrhunderte, obwohl die Bibel dies nicht belegt. Erst im 20. Jahrhundert wurde diese Gleichsetzung offiziell aufgehoben.
Maria Magdalena in der Kunst
Künstler verschiedener Epochen haben Maria Magdalena immer wieder dargestellt. In der Renaissance und im Barock malten sie Tizian, El Greco und Georges de la Tour als reuige Büßerin. Rembrandt zeigte sie als Zeugin der Auferstehung. Auch in der modernen Kunst bleibt sie eine inspirierende Figur: Max Beckmann stellte sie 1917 als Sünderin dar, während Lady Gaga sie 2011 in einem Musikvideo verkörperte. Eine aktuelle Ausstellung im Frankfurter Städel Museum zeigt über 100 Darstellungen von ihr und verdeutlicht, wie facettenreich ihr Bild in der Kunstgeschichte ist.