Finnland baut das erste Endlager für Atommüll
Das Projekt Onkalo
Finnland baut das weltweit erste Endlager für hochradioaktiven Atommüll. Das Projekt heißt Onkalo und liegt auf der Insel Olkiluoto im Südwesten des Landes. Dort sollen in den kommenden Jahren etwa 6500 Tonnen abgebrannte Brennelemente aus Kernkraftwerken dauerhaft eingelagert werden. Die finnische Firma Posiva ist für den Betrieb zuständig und hat das Projekt entwickelt. Das Lager befindet sich mehr als 400 Meter tief im finnischen Felsuntergrund. Die Genehmigung für den Betrieb erhielt Posiva im Oktober 2026.
Das KBS-3-Verfahren
Zur sicheren Verwahrung nutzt Posiva das sogenannte KBS-3-Verfahren, das in Schweden entwickelt wurde. Dabei werden die Brennelemente in schwere Kupferkanister eingeschlossen, die über 20 Tonnen wiegen und als Korrosionsschutz dienen. Diese Kanister kommen in vertikale Schächte und werden mit Bentonit umgeben, einer speziellen Tonerde, die auch in Katzenstreu verwendet wird. Sollte Wasser in das Lager eindringen, quillt der Bentonit auf und bremst so die Ausbreitung radioaktiver Stoffe. Das Gestein unter Olkiluoto ist etwa 1,8 Milliarden Jahre alt und gilt als besonders stabil.
Die Standortwahl
Bei der Standortwahl wurden zunächst hunderte mögliche Orte untersucht, bis Ende der 1990er Jahre nur noch vier Gemeinden infrage kamen. Schließlich entschied man sich für Eurajoki, weil dort bereits Kernkraftwerke stehen und die Bevölkerung mit der Technologie vertraut ist. Diese Entscheidung wurde jedoch von Kritikern wie dem Umweltbiochemiker Jari Natunen angezweifelt, der von struktureller Korruption spricht. Er wirft der Firma vor, die langfristigen Risiken für die Umwelt zu unterschätzen.