Umstrittenes Öl-Abkommen: Venezuela und die USA im Konflikt
Der Deal und seine Versprechen
Venezuela hat mit den USA ein umstrittenes Abkommen geschlossen. Die USA erhalten die Kontrolle über etwa ein Fünftel der venezolanischen Ölvorkommen. Die venezolanische Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez verspricht im Gegenzug Arbeitsplätze, Investitionen in die Infrastruktur und höhere Staatseinnahmen. Viele Details des Abkommens sind jedoch noch nicht öffentlich bekannt, was für Unsicherheit sorgt.
Widersprüchliche Aussagen und Kritik
Experten wie der Ökonom Manuel Sutherland kritisieren, dass wichtige Punkte des Deals unklar sind. So gibt es unterschiedliche Aussagen zur Dauer des Abkommens: Die USA sprechen von 100 Jahren, während Rodríguez von 25 Jahren ausgeht. Auch über das Eigentum am Öl gibt es widersprüchliche Aussagen. Während Rodríguez betont, dass Venezuela die Souveränität über seine Ressourcen behält, behauptet die US-Regierung, die Ölreserven Venezuelas würden die US-amerikanischen Reserven aufstocken.
Skepsis in der Bevölkerung
Die Bevölkerung Venezuelas steht dem Abkommen skeptisch gegenüber. Viele erinnern sich daran, dass die Regierung zwischen 1999 und 2015 enorme Öleinnahmen hatte, die jedoch nicht bei der Bevölkerung ankamen. Stattdessen verschärfte sich die wirtschaftliche Krise. Nach einem schweren Erdbeben im Juni 2026 hat sich die Lage weiter verschlechtert, und die Wut auf die Regierung wächst.
Politische Strategie hinter dem Deal?
Der Politikwissenschaftler Jesús Renzullo vermutet, dass der Deal auch eine politische Strategie ist. Die Regierung könnte hoffen, durch wirtschaftliche Verbesserungen bei zukünftigen Wahlen zu punkten. Gleichzeitig sichert sie sich das Wohlwollen der US-Regierung. Renzullo rechnet jedoch damit, dass es Jahrzehnte dauern wird, bis die versprochenen Investitionen Wirkung zeigen.