Russlands Strategie: Die ukrainische Wirtschaft zerstören
Systematische Angriffe auf die Wirtschaft
Russland nutzt seine militärische Überlegenheit, um die ukrainische Wirtschaft gezielt zu schwächen. Neben zivilen Zielen werden zunehmend Fabriken, Häfen und Logistikzentren angegriffen. Besonders betroffen ist die Stahlindustrie, ein wichtiger Wirtschaftszweig der Ukraine. Im August wurden Hochöfen in Saporischschja und Krywyj Rih beschädigt.
Die Rolle des „Patriot“-Systems
Die Ukraine ist auf das US-amerikanische „Patriot“-System angewiesen, um ballistische Raketen abzuwehren. Doch die Kapazitäten sind begrenzt: Im Juli konnte nur jede siebte Rakete abgefangen werden. Die Ukraine verfügt zwar über mehrere „Patriot“-Anlagen, aber die Zahl der Abwehrraketen reicht nicht aus. Präsident Selenskyj erwartet bis Jahresende nur 264 Raketen – deutlich weniger als im Vorjahr.
Folgen für die Exportwirtschaft
Besonders problematisch sind die Angriffe auf Schiffe im Schwarzen Meer. Seit Juli werden nicht nur Häfen, sondern auch Frachtschiffe direkt angegriffen. 90 Prozent des Getreideexports, 60 Prozent des Stahlexports und die Hälfte des Erzexports laufen über diese Route. Experten warnen vor schweren wirtschaftlichen Folgen, da sich die Exporte nur teilweise umleiten lassen.
Prognosen und Lösungsansätze
Ökonomen rechnen mit einem Nullwachstum oder sogar einem Schrumpfen der Wirtschaft. Der Ökonom Andrij Dlihatsch schlägt vor, dass der Staat günstige Kredite für Unternehmen bereitstellt. Damit könnten Produktionsstätten in sicherere Regionen verlegt oder unterirdisch aufgebaut werden. Allerdings sind viele Unternehmer durch den langen Krieg erschöpft.