Strategische Neuausrichtung: Klopp nominiert Füllkrug und Teenager Mohya für die November-Länderspiele
Strategische Neuausrichtung: Klopp nominiert Füllkrug und Teenager Mohya
Bundestrainer Jürgen Klopp hat seinen 24-köpfigen Kader für die abschließenden Vorrundenspiele der Nations League im November bekannt gegeben, die am 13. November in Belgrad gegen Serbien und drei Tage später in Berlin gegen die Erzrivalen Niederlande stattfinden. Die Nominierung zeichnet sich durch zwei besonders bemerkenswerte Personalien aus: die Rückkehr des 33-jährigen Bundesliga-Toptorjägers Niclas Füllkrug von Werder Bremen sowie die erstmalige Berufung des erst 17-jährigen Wael Mohya von Borussia Mönchengladbach. Füllkrug, der zuletzt nicht im Aufgebot gestanden hatte, kehrt damit in die Nationalmannschaft zurück, was Klopp mit dessen aktueller Form begründete. Der Bundestrainer stellte unmissverständlich klar: „Form schlägt alles andere“, und bezeichnete die Entscheidung als „eine Freude“, sie dem Spieler mitzuteilen. Diese Formulierung verweist auf die leistungsorientierte Auswahlphilosophie des Trainers, der sich riesig auf die nächsten beiden Spiele freut und einen bunten Mix zusammenstellt. Der 57-Jährige hat damit eine klare Botschaft gesendet.
Integration junger Talente und Debütanten
Neben dem Teenager Mohya, der als Shootingstar gilt, haben auch Innenverteidiger Finn Jeltsch vom VfB Stuttgart und Flügelspieler Brajan Gruda von RB Leipzig die Chance auf ihr erstes Länderspiel für die A-Nationalmannschaft. Alle drei Spieler haben bisher noch keine offizielle Partie im DFB-Trikot bestritten, könnten jedoch in den kommenden Begegnungen in Belgrad oder Berlin ihr Debüt feiern. Klopp lobte Mohya ausdrücklich und merkte an, dass es nicht viele 17-Jährige gebe, die aktuell in der Bundesliga spielen und dabei herausragende Leistungen erbringen. Die drei Gespräche mit dem Youngster seien „top“ gewesen, berichtete der Bundestrainer, der sich selbst eingestand, mit 17 Jahren weder so selbstbewusst noch so talentiert gewesen zu sein. Diese Äußerung unterstreicht die außergewöhnliche Reife und Qualität des jungen Spielers. Auch Said El Mala ist nach seinem Debüt im Oktober wieder dabei. Alle drei sind hochmotiviert.
Von 44 auf 24: Die Selektionsherausforderung
Die Zusammenstellung des Kaders stellte Klopp vor erhebliche Herausforderungen. Bereits im September hatte er für vier Spiele im Rahmen der Nations League einen 44-köpfigen Kader nominiert und diesen auf zwei Mannschaften aufgeteilt, um eine breitere Spielerbasis zu testen. Für die beiden November-Spiele musste er nun drastisch auf 24 Spieler reduzieren. Dabei fehlen diesmal namhafte Akteure wie Nick Woltemade, Nadiem Amiri, David Raum, Karim Adeyemi, Yann Aurel Bisseck oder Jonathan Burkardt. Auch zahlreiche Debütanten aus dem ersten September-Kader um Hennes Behrens, Vitaly Janelt, Felix Keidel und Mika Baur sind nicht mehr im Aufgebot vertreten. Klopp erklärte in diesem Zusammenhang, dass es nach dem umfangreichen 44er-Kader schwer gewesen sei, diese Auswahl zu treffen, weil „eigentlich mehr Spieler verdient hätten, dabei zu sein“. Dies sei die gute Nachricht. Das zeigt die Stärke des Kaders.
Konkurrenzdruck und positive Entwicklung im deutschen Fußball
Dafür kehrten Philipp Treu und Derry Scherhant nach ihren starken Auftritten erneut in den Kader zurück. Klopp betonte die positive Entwicklung der Mannschaft und erklärte wörtlich: „Je mehr Qualität man hat, desto schwieriger im positiven Sinne werden die Entscheidungen, die man zu treffen hat.“ Diese Aussage spiegelt den hohen Konkurrenzdruck im deutschen Nationalteam wider. Der Bundestrainer räumte zudem ein, nicht mit all seinen früheren Aussagen in Halbzeit-Interviews zufrieden zu sein, betonte jedoch, dass er bei Füllkrug lediglich Fakten aufgezählt habe. Insgesamt repräsentiert der nominierte Kader einen „bunten Mix aus sehr jung und durchaus erfahren“, der die hohe Qualität und die Tiefe des deutschen Spielerpools eindrucksvoll demonstriert und gleichzeitig die Weichen für die Zukunft des Teams stellt. Die Fans dürfen sehr gespannt sein.