Ukraine unterstützt Rebellen in Mali?
Ukraine unterstützt Rebellen in Mali?
Nach einer Recherche des US-Senders CNN vom September sollen etwa 15 ukrainische Drohnen-Spezialisten Tuareg-Rebellen im Norden Malis bei der Nutzung von Drohnen unterstützen. Die Rebellen kämpfen gegen die Militärregierung in der Hauptstadt Bamako. Russland unterstützt diese Regierung mit Soldaten. Die Ukraine und die Tuareg haben also einen gemeinsamen Gegner. Die Informationen stammen aus einem Bericht des Senders. Es ist aber nicht sicher, ob sie wirklich stimmen. Die ukrainische Regierung hat dazu nichts gesagt.
Warum will die Ukraine das?
Die Expertin Marta Oliynyk-D'omochko von der Universität in Kiew erklärt das strategische Motiv. Die Ukraine will den Einfluss Russlands in der Welt schwächen. Wenn Russland militärisch zurückgedrängt wird, hat es auch weniger wirtschaftliche Möglichkeiten. Rückschläge in Mali könnten russische Ressourcen binden. Die russische Historikerin Irina Filatova hält eine ukrainische Unterstützung für plausibel. Sie hat aber keine eigenen Belege dafür. Der ukrainische Geheimdienstchef Kyrylo Budanow schrieb auf der Plattform X, die Ukraine schütze ihre Interessen weltweit. Er sprach dabei von Russland bis Afrika und von heißen Wüsten.
Ein problematisches Bündnis
Die Tuareg-Rebellen gehören zur Befreiungsfront von Azawad. Diese separatistische Gruppe kooperiert mit der Dschihadistengruppe JNIM. Die JNIM gehört zum Al-Qaida-Netzwerk. Beide Gruppen kämpfen gegen die Regierung, verfolgen aber unterschiedliche Ziele. Die Tuareg wollen Unabhängigkeit, die Dschihadisten ein islamistisches Projekt. Für die Ukraine ist das ein politisches Risiko. Die Ukraine will eigentlich gute Beziehungen zu afrikanischen Staaten. Mali, Niger und Burkina Faso werfen der Ukraine vor, Terroristen zu unterstützen. Sie haben deshalb die diplomatischen Beziehungen zu Kiew abgebrochen.