Vom Todesstreifen zum ökologischen Juwel: Das Grüne Band
Die Geschichte des Grünen Bandes
Das Grüne Band ist ein einzigartiges Naturschutzprojekt in Deutschland. Es verläuft entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, die bis 1989 Ost- und Westdeutschland trennte. Dieser Streifen war früher ein gefährlicher Todesstreifen. Heute ist er ein wichtiger Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten.
Ein Refugium für bedrohte Arten
Aufgrund der jahrzehntelangen Abgeschiedenheit konnte sich die Natur im Grenzgebiet ungestört entwickeln. Heute beherbergt das Grüne Band rund 7500 Insekten- und Spinnenarten, darunter 580 extrem bedrohte Arten. Auch Säugetiere wie der Fischotter und die europäische Wildkatze sowie Vogelarten wie das Braunkehlchen und der Kiebitz finden hier einen sicheren Lebensraum. Etwa 88 Prozent des Grünen Bandes stehen unter Naturschutz.
Moore und andere Besonderheiten
In der Nähe des Grünen Bandes haben sich auch seltene Lebensräume wie Moore erhalten. Ein Beispiel ist ein 400 Hektar großes Torfmoor bei Salzwedel. Solche Moore sind in der umliegenden, stark landwirtschaftlich genutzten Landschaft kaum noch zu finden. Die frühere Grenze hat also unfreiwillig dazu beigetragen, diese wichtigen Ökosysteme zu bewahren.
Ein europäisches Projekt
Das Grüne Band ist nicht nur auf Deutschland beschränkt. Es erstreckt sich über insgesamt 24 Länder und ist etwa 12.500 Kilometer lang. Von Finnland im Norden bis nach Kroatien im Süden verbindet es ehemalige Grenzregionen zu einem Netzwerk von Schutzgebieten. Dieses Projekt zeigt, wie aus ehemaligen Trennlinien verbindende Naturräume entstehen können.