Hormonelle Synchronisation zwischen Katzen und ihren Haltern
Bild: Горбунова М.С. · Quelle · CC BY-SA 4.0
Wissenschaft

Hormonelle Synchronisation zwischen Katzen und ihren Haltern

Studiendesign und Methodik

Eine explorative Studie der Universität Kyoto untersuchte die hormonelle Verbindung zwischen Hauskatzen und ihren Besitzern. Für die gemeinsame Hormonanalyse standen Proben von 24 Katzen aus 17 Haushalten zur Verfügung. Die Hormonwerte wurden aus drei Urinproben über einen Monat gemittelt. Kleine Bluetooth-Sender an den Katzenhalsbändern lieferten Signale an Smartphones der Halter, deren Stärke als Maß für die räumliche Nähe im Zuhause diente. Die Stimmung der Teilnehmer wurde einmal mit einem standardisierten Fragebogen erfasst, während ein Verhaltenstest ergänzend prüfte, ob sich die Katzen abhängig von ihren Hormonwerten eher vertrauten oder fremden Personen näherten.

Oxytocin als Bindungshormon

Die Auswertung zeigte einen positiven Zusammenhang zwischen den Oxytocinwerten von Mensch und Katze. Je höher der Wert beim Halter war, desto höher lag er tendenziell auch beim Tier, während höheres Cortisol beim Menschen mit niedrigerem Oxytocin bei der Katze einherging. Ein vergleichbarer Zusammenhang zwischen den Cortisolwerten beider Partner ließ sich nicht zuverlässig nachweisen. Außerdem waren höhere Oxytocinwerte der Katzen mit weniger Ärger, Anspannung, Niedergeschlagenheit und Verwirrung bei ihren Haltern verbunden. In einer zusätzlichen Auswertung auf Haushaltsebene blieben davon vor allem die Zusammenhänge mit Verwirrung und Anspannung statistisch gestützt, wodurch die übrigen Ergebnisse an Sicherheit verlieren.

Räumliche Nähe und psychisches Wohlbefinden

Je stärker das Bluetoothsignal und damit die geschätzte räumliche Nähe zwischen Katze und Halter war, desto höher fiel dessen Wert für Tatkraft und Aktivität aus. Der Zusammenhang blieb auch bestehen, als die Daten auf Haushaltsebene zusammengefasst wurden. Die Dauer des Zusammenlebens sagte diese positive Stimmung hingegen nicht voraus. Zwar gab es zunächst Zusammenhänge mit einigen negativen Stimmungswerten, die bei der erneuten Auswertung auf Haushaltsebene aber nicht bestehen blieben. Wichtig ist, dass die Bluetoothdaten weder die Dauer des engen Kontakts noch Streicheln und Spielen direkt erfassten.

Einschränkungen und Interpretation

Die Studie war klein, explorativ und nicht vorab registriert. Zudem waren 16 der 19 Halter Frauen, und einige Haushalte steuerten mehrere Katzen bei, sodass sich die Ergebnisse nur eingeschränkt verallgemeinern lassen. Ob die Werte bei unmittelbaren Begegnungen gemeinsam ansteigen, wurde nicht geprüft. Dr. Saho Takagi erklärt, dass sich das Gefühl von Geborgenheit und Ruhe, wenn die Katze auf den Schoß klettert, zum Teil in der hormonellen Verbindung widerspiegeln könnte, insbesondere durch Oxytocin. Im Verhaltenstest näherten sich Katzen mit höheren Oxytocinwerten häufiger einem Menschen, unabhängig davon, ob es ihr Halter oder ein Fremder war. Ebenso bleibt offen, ob freundlicher Kontakt zur Katze die Stimmung der Halter beeinflusst oder ob gut gestimmte Menschen häufiger die Nähe ihrer Tiere suchen. Für belastbare Aussagen über Ursache und Wirkung sind größere Untersuchungen mit zeitlich abgestimmten Messungen nötig.

Dieser Text greift Themen und Fakten aus einer Quelle auf und gibt sie in eigenen Worten wieder, angepasst an Sprachniveau C1.

Lizenz des Textes und des Quiz: CC BY-NC 4.0

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Quiz

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  1. 1. Wo wurde die Studie durchgeführt?
  2. 2. Wie viele Urinproben wurden gemittelt?
  3. 3. Was zeigten die Bluetooth-Sender an?
  4. 4. Was ließ sich zwischen den Cortisolwerten nicht nachweisen?
  5. 5. Was blieb bei der Haushaltsebene statistisch gestützt?
  6. 6. Wer erklärte die hormonelle Verbindung?
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