Wie Oxytocin die Bindung zwischen Katze und Mensch stärkt
Die Methode der Studie
Eine Studie der Universität Kyoto untersuchte den Zusammenhang zwischen Hormonen und Stimmung bei Katzen und ihren Haltern. Für die Hormonanalyse standen Proben von 24 Katzen aus 17 Haushalten zur Verfügung. Die Hormonwerte wurden aus drei Urinproben über einen Monat gemittelt. Kleine Bluetooth-Sender an den Halsbändern der Katzen lieferten Signale an die Smartphones der Besitzer. Die Stärke dieser Signale diente als Maß für die räumliche Nähe im Zuhause. Zusätzlich wurde die Stimmung der Teilnehmer einmal mit einem standardisierten Fragebogen erfasst. Ein Verhaltenstest prüfte ergänzend, ob sich die Katzen abhängig von ihren Hormonwerten eher vertrauten oder fremden Personen näherten.
Hormonelle Zusammenhänge
Die Auswertung zeigte einen positiven Zusammenhang zwischen den Oxytocinwerten von Mensch und Katze. Je höher der Wert beim Halter war, desto höher lag er tendenziell auch beim Tier. Umgekehrt ging höheres Cortisol beim Menschen mit niedrigerem Oxytocin bei der Katze einher. Ein vergleichbarer Zusammenhang zwischen den Cortisolwerten beider Partner ließ sich jedoch nicht zuverlässig nachweisen. Außerdem waren höhere Oxytocinwerte der Katzen mit weniger Ärger, Anspannung, Niedergeschlagenheit und Verwirrung bei ihren Haltern verbunden. In einer zusätzlichen Auswertung auf Haushaltsebene blieben davon vor allem die Zusammenhänge mit Verwirrung und Anspannung statistisch gestützt. Wichtig ist, dass die Bluetoothdaten weder die Dauer des engen Kontakts noch Streicheln und Spielen direkt erfassten.
Nähe und ihre Wirkung
Je stärker das Bluetoothsignal und damit die geschätzte räumliche Nähe zwischen Katze und Halter war, desto höher fiel dessen Wert für Tatkraft und Aktivität aus. Dieser Zusammenhang blieb auch bestehen, als die Daten auf Haushaltsebene zusammengefasst wurden. Die Dauer des Zusammenlebens sagte die positive Stimmung hingegen nicht voraus. Zwar gab es zunächst Zusammenhänge mit einigen negativen Stimmungswerten, die bei der erneuten Auswertung auf Haushaltsebene aber nicht bestehen blieben. In einem Verhaltenstest näherten sich Katzen mit höheren Oxytocinwerten häufiger einem Menschen, unabhängig davon, ob es ihr Halter oder ein Fremder war. Dr. Saho Takagi sagt, dass sich das Gefühl von Geborgenheit in der hormonellen Verbindung widerspiegeln könnte.