Bad Ems und der Kampf um die ukrainische Identität

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Bad Ems und der Kampf um die ukrainische Identität

Der Emser Erlass: Ein Angriff auf die ukrainische Kultur

Bad Ems, ein idyllischer Kurort in Deutschland, spielte vor 150 Jahren eine traurige Rolle in der ukrainischen Geschichte. Am 30. Mai 1876 unterzeichnete der russische Zar Alexander II. dort den „Emser Erlass“. Dieser Erlass verbot den Druck und die Einfuhr ukrainischer Bücher. Die ukrainische Sprache sollte damit fast vollständig verschwinden. Der Zar und seine Regierung wollten verhindern, dass sich die Ukraine von Russland abspaltet. Schon 1863 hatte der russische Innenminister Walujew behauptet, dass es eine ukrainische Sprache „nicht gegeben hat, nicht gibt und nicht geben kann“.

Theater als Akt des Widerstands

Die Jahre nach dem Erlass werden in der Ukraine als „tote Jahre“ bezeichnet. Zeitungen wurden verboten, und viele Intellektuelle flohen ins Ausland. Doch nach der Ermordung des Zaren 1881 gab es eine kurze Phase der Hoffnung. Der ukrainische Schriftsteller Marko Kropywnyzkyj gründete in der Stadt Jelisawetgrad ein professionelles Theater. Am 27. Oktober 1882 wurde dort das Stück „Natalka Poltawka“ aufgeführt. Obwohl der Erlass offiziell noch galt, war dies ein wichtiger Moment für die ukrainische Kultur. Das Theater erreichte viele Menschen und half, die ukrainische Identität zu stärken.

Die Bedeutung des Theaters

Gerhard Simon, ein deutscher Historiker, erklärt, dass das Theater im 19. Jahrhundert ein wichtiger Teil der ukrainischen Volkskultur war. Es begann als Laientheater auf dem Land und entwickelte sich zu einer professionellen Kunstform. Durch das Theater konnten sich die Ukrainer trotz der Verbote kulturell ausdrücken. Es entstanden viele berühmte Werke, die bis heute gespielt werden.

Bad Ems heute: Ein Ort der Erinnerung

Heute erinnert Bad Ems an diese Geschichte. Die Stadtverwaltung möchte eine Gedenktafel am historischen „Vier-Türme-Haus“ erhalten, wo der Erlass unterzeichnet wurde. Auch eine Städtepartnerschaft mit der ukrainischen Stadt Kropywnyzkyj wird diskutiert. Für viele Ukrainer ist Bad Ems ein Symbol für den Kampf um ihre Sprache und Identität.

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Quiz

Mehrere Antworten pro Frage können richtig sein.

  1. 1. Was war das Ziel des Emser Erlasses?
  2. 2. Was behauptete der russische Innenminister Walujew 1863?
  3. 3. Warum war das Theater in Jelisawetgrad wichtig?
  4. 4. Was passierte nach der Ermordung des Zaren 1881?
  5. 5. Warum möchte Bad Ems eine Städtepartnerschaft mit Kropywnyzkyj?
  6. 6. Was symbolisiert Bad Ems für viele Ukrainer heute?

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