Deepfakes und Bots: KI im israelischen Wahlkampf
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Deepfakes und Bots: KI im israelischen Wahlkampf

Täuschend echte Videos

In Israel finden Parlamentswahlen statt, die als erste KI-geprägte Wahl des Landes gelten. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu veröffentlichte auf X ein neunzehn Sekunden langes Video. Es zeigt den Präsidentschaftskandidaten Gadi Eisenkot, wie er über eine Wiese läuft. Er will seinen Sohn umarmen, der ein T-Shirt mit der Aufschrift "Israeli Unity" trägt. Doch Eisenkot läuft vorbei und umarmt stattdessen Mansur Abbas, den Vorsitzenden der arabischen Partei Ra'am. Das Video ist ein KI-generierter Deepfake. Es wurde über eine Million Mal abgespielt. Der Sohn Eisenkots wurde 2023 während des Krieges getötet, weshalb das Video große Empörung hervorrief und anti-arabische Ressentiments schüren soll.

Forschung und Regulierung

Das Forschungsprojekt ZebeAI der Open University of Israel verfolgt den KI-Einsatz. Geleitet wird es von Anat Ben-David. Bis zum 23. Oktober zählten die Wissenschaftler über 2000 Beiträge mit KI-generierten Inhalten. Das entspricht etwa einem Viertel des analysierten Likud-Materials auf sozialen Medien. In absoluten Zahlen führt die Likud-Partei, gefolgt von Eisenkots Partei Jaschar und den Demokraten. Seit Juli gilt eine neue Regelung des Zentralen Wahlkomitees: KI-generierte oder manipulierte Inhalte müssen gekennzeichnet werden. Dennoch gibt es kaum Einschränkungen, denn es existiert weder ein KI-Gesetz noch ein Gesetz über digitale Dienste, und das Datenschutzgesetz gilt als veraltet.

Automatisierte Anrufe und Bots

Neben Videos kommen auch automatisierte Telefonanrufe zum Einsatz. Diese wirken deutlich authentischer als frühere Roboterstimmen. Ein Bot namens "Danielle" stellte sich als Meinungsforscherin vor und befragte Wähler zu ihren Präferenzen. Der Anrufer wich Fragen aus und fragte fünfmal nach der Wahlabsicht. Auch Wähler nutzen KI: Etwa ein Viertel der Israelis zieht KI-Tools für die Wahlentscheidung in Betracht. Zudem verbreiten Bot-Netzwerke falsche Follower-Zahlen. Täglich werden über 1000 neue Accounts erstellt, die Netanjahu folgen. Etwa 70 Prozent der Accounts, die seine Inhalte teilen, befinden sich außerhalb Israels und ähneln Bots, weshalb Israel als Testfall für den weltweiten Einfluss von KI auf Wahlen gilt.

Dieser Text greift Themen und Fakten aus einer Quelle auf und gibt sie in eigenen Worten wieder, angepasst an Sprachniveau B2.

Lizenz des Textes und des Quiz: CC BY-NC 4.0

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  1. 1. Wie lang ist das Video auf X?
  2. 2. Wer leitet das Projekt ZebeAI?
  3. 3. Wie viele KI-Beiträge zählten die Forscher bis zum 23. Oktober?
  4. 4. Was müssen Politiker seit Juli kennzeichnen?
  5. 5. Wie viel Prozent der Accounts teilen Netanjahus Inhalte von außerhalb?
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