Historische Wahlerfolge der Demokraten bei den US-Midterms
Durchbrüche in republikanischen Hochburgen
Die Demokraten haben bei den Midterms in den USA mehrere historische Erfolge erzielt, die besonders in traditionell republikanischen Bundesstaaten für Aufsehen sorgten. In Kansas gelang es dem Demokraten Adam Hamilton, eine Serie von 94 Jahren ohne demokratischen Senator zu beenden. Der Pastor und politische Neuling setzte sich gegen den von Präsident Trump unterstützten Kandidaten Roger Marshall durch. Kansas gilt als landwirtschaftlich geprägte Hochburg der Republikaner im Mittleren Westen. Dies war die längste Serie dieser Art in den gesamten Vereinigten Staaten. Hamilton begründete seine Kandidatur mit der Aussage, dass die Verfassung derzeit unter Beschuss stehe. Die Niederlage der Republikaner nimmt mancherorts beispiellose Dimensionen an.
Texas: Ein Bundesstaat im Wandel
Auch in Texas, das seit Jahrzehnten als sichere Bank für die Republikaner galt, erzielten die Demokraten bemerkenswerte Erfolge. James Talarico gewann den Senatssitz und wird mit 37 Jahren der jüngste Senator der USA. Der frühere Lehrer setzte sich gegen den von Trump unterstützten Ken Paxton durch, dessen Wahlkampf von Elon Musk mit über 150 Millionen Dollar finanziert wurde. Talarico erhielt dagegen Unterstützung aus der Familie der früheren Präsidenten George W. Bush und George H.W. Bush. Bei der Gouverneurswahl setzte sich Gina Hinojosa gegen den republikanischen Amtsinhaber Greg Abbott durch. Die 52-Jährige wird damit die erste Latina und zugleich die erste Demokratin seit Ann Richards im Jahr 1990 an der Spitze des südlichen Bundesstaats. Menschen mit Wurzeln in Lateinamerika machen knapp 41 Prozent der Bevölkerung in Texas aus.
Vielfalt in der Gouverneursriege
In Michigan wurde Abdul El-Sayed zum ersten muslimischen Senator der Vereinigten Staaten gewählt. Der Mediziner und Sohn ägyptischer Einwanderer vertritt einen Linkskurs und erhielt Unterstützung von prominenten Vertretern des linken Flügels der Demokraten. In Georgia wurde Keisha Lance Bottoms die erste schwarze Frau und zugleich die erste Frau überhaupt, die als Gouverneurin eines US-Bundesstaats amtiert. Die ehemalige Bürgermeisterin von Atlanta setzte sich gegen den republikanischen Geschäftsmann Rick Jackson durch, der über 200 Millionen Dollar aus seinem Privatvermögen investiert hatte. Sie ist die erste Demokratin seit 1998, die eine Gouverneurswahl in Georgia gewann. Neben Bottoms wurde auch Jon Ossoff als erster jüdischer Senator wiedergewählt. Auch Raphael Warnock, der erste schwarze Senator des Bundesstaats, amtiert weiterhin.
Indigene und LGBTQ-Vertreter im Senat
Weitere historische Premieren gab es in New Mexico und Minnesota: Deb Haaland, die unter Präsident Biden Innenministerin war, wurde zur ersten indigenen Gouverneurin der US-Geschichte gewählt, während Peggy Flanagan in Minnesota als erste indigene Frau in den US-Senat einzog. In New Hampshire verteidigte Chris Pappas sein Senatsmandat gegen den Republikaner John Sununu. Der 46-Jährige wird damit der erste offen schwule Politiker, der in den Senat in Washington einzieht. Zudem stellen die Demokraten künftig voraussichtlich die Mehrheit der Gouverneure in den USA. Mindestens 28 der insgesamt 50 Gouverneursposten werden künftig von Demokraten besetzt. Im Repräsentantenhaus könnten die Demokraten erstmals mehr als 100 Frauen in ihre Fraktion entsenden.