Die Alpenfeldzüge des Augustus: Neue Erkenntnisse durch archäologische Funde
Die Eroberung der Alpen durch Rom
Im Jahr 15 v. Chr. eroberten die Römer unter Kaiser Augustus die Alpen. Die Stiefsöhne des Kaisers, Tiberius und Drusus, führten die Truppen an. Drusus marschierte von Verona über den Brenner und den Reschenpass nach Süddeutschland. Tiberius kam von Lyon durch die Schweiz bis zum Bodensee. Doch es gab möglicherweise eine dritte Route: von Como in Italien Richtung Norden.
Archäologische Entdeckungen in Graubünden
In der Schweiz, nahe der Crap-Ses-Schlucht im Kanton Graubünden, fanden Archäologen über 500 Schleuderbleie. Diese Bleigeschosse wurden mit Schleudern abgeschossen. Die Forscher entdeckten auch Schuhnägel, Pfeilspitzen und Schwertfragmente. Diese Funde deuten auf einen Kampf zwischen römischen Truppen und einheimischen Stämmen hin.
Die Herkunft der Schleuderbleie
Forscher untersuchten die Isotopenzusammensetzung der Bleigeschosse. Die meisten stammen aus Südspanien, aus einer Region um Cartagena. Die Geschosse aus dem Bodenseegebiet haben jedoch eine andere Herkunft. Sie könnten aus der Sierra Morena oder dem französischen Zentralmassiv kommen. Die Funde in Graubünden tragen Stempel mit den Namen der III., X. und XII. Legion.
Eine dritte Marschroute?
Die Unterschiede in den Bleigeschossen deuten darauf hin, dass es eine dritte Marschroute der Römer gab. Diese führte von Como aus Richtung Norden. Allerdings ist noch unklar, ob dieselben Truppen an verschiedenen Orten kämpften und neue Geschosse erhielten. Weitere Untersuchungen könnten diese Frage klären.