Donald Trumps Vorschlag: Soll KI „Superintelligenz“ heißen?
Ein neuer Name für KI
Donald Trump hat vorgeschlagen, den Begriff „künstliche Intelligenz“ (KI) in „Superintelligenz“ umzubenennen. Er begründet dies damit, dass der aktuelle Name ungenau sei. In einer Umfrage auf seiner Plattform Truth Social stimmten seine Anhänger mehrheitlich für den neuen Namen. Seitdem soll die US-Regierung in offiziellen Dokumenten „Superintelligenz“ verwenden.
Doch die Tech-Branche und viele Experten lehnen den Vorschlag ab. Sie argumentieren, dass der Begriff „Superintelligenz“ erst dann zutrifft, wenn KI den Menschen in allen Bereichen überlegen ist. Aktuelle KI-Modelle seien davon noch weit entfernt. Pedro Domingos, ein renommierter Informatik-Professor, betont: KI ist eine andere Form der Intelligenz, aber keine überlegene.
Die Geschichte des Begriffs KI
Der Begriff „künstliche Intelligenz“ wurde 1956 während eines Workshops am Dartmouth College geprägt. Damals bedeutete „künstlich“ lediglich „von Menschen gemacht“. Nicht alle Experten waren mit dieser Bezeichnung einverstanden. Einige, wie der KI-Pionier Arthur Samuel, fanden, dass der Name nach etwas Unechtem klingt. Dennoch hat sich der Begriff in den letzten Jahrzehnten durchgesetzt.
Ängste und politische Reaktionen
Viele Menschen haben Angst vor KI. Sie befürchten, dass KI Jobs übernimmt, den Menschen überflüssig macht oder sogar die Kontrolle verliert. Eine aktuelle Studie zeigt, dass fast 90 Prozent der US-Amerikaner besorgt sind. Diese Ängste haben auch den US-Kongress erreicht. Einige Politiker, darunter Bernie Sanders, haben einen Gesetzesentwurf eingebracht. Sie fordern ein Verbot von KI-Systemen, die nicht vom Menschen kontrolliert werden können.
Kritiker wie Domingos warnen, dass der neue Name „Superintelligenz“ diese Ängste noch verstärken könnte. Sie sagen: Wenn KI als überlegen dargestellt wird, denken die Menschen, dass sie bald nicht mehr gebraucht werden. Das könnte zu einer stärkeren Gegenbewegung gegen KI führen.
Marketing oder Realität?
Die großen KI-Unternehmen könnten von dem neuen Namen profitieren. Sie betonen gerne, wie leistungsfähig ihre Systeme sind. Doch Experten wie Domingos sehen darin vor allem Marketing. KI sei noch lange nicht so weit, dass sie als „Superintelligenz“ bezeichnet werden kann. Selbst die Diskussion über rekursive Selbstverbesserung – also KI, die sich selbst verbessert – zeigt, dass es noch Jahrzehnte dauern könnte, bis solche Systeme Realität werden.