Datenschutz bei KI-Anbietern: Wie Nutzerdaten an Drittfirmen gelangen
Ergebnisse der Studie zu KI und Datenschutz
Eine aktuelle Studie des IMDEA Networks Institute hat untersucht, wie KI-Anbieter wie ChatGPT, Claude und Gemini mit Nutzerdaten umgehen. Die Forscher analysierten neun verschiedene KI-Dienste und fanden heraus, dass alle diese Anbieter Daten an Drittfirmen weitergeben. Diese Drittfirmen nutzen die Daten unter anderem für Werbung und Tracking.
Welche sensiblen Daten betroffen sind
Die Studie zeigt, dass nicht nur Metadaten weitergegeben werden. Fünf der neun untersuchten KI-Anbieter teilen sogar Permalinks zu Chatverläufen mit externen Trackern. Das bedeutet, dass Drittfirmen potenziell auf die gesamten Gespräche der Nutzer zugreifen können. Zudem werden bei einem Drittel der Anbieter automatisch generierte Zusammenfassungen der Chats weitergegeben. Diese Zusammenfassungen enthalten oft sehr persönliche Informationen, wie Fragen zu Krankheitssymptomen oder Gehaltsangaben. Auch der Standort der Nutzer wird in einigen Fällen übermittelt.
Technische Methoden und Nutzeroptionen
Um zu überprüfen, ob die Drittanbieter die weitergegebenen Chat-Links auch tatsächlich nutzen, setzten die Forscher sogenannte Canary URLs ein. Diese digitalen „Fallen“ lösten bei mehreren KI-Anbietern aus, sobald die Daten geteilt wurden. Besonders auffällig war, dass bei einem Anbieter die Canary-URL auch nach der ersten Weitergabe noch mehrfach ausgelöst wurde. Das deutet darauf hin, dass Drittfirmen mehrmals auf die Chats zugegriffen haben.
Die Studie zeigt auch, dass Nutzer nur begrenzte Möglichkeiten haben, die Weitergabe ihrer Daten zu verhindern. Selbst wenn sie nicht notwendige Cookies ablehnen, bleiben über 80 Prozent der Tracker aktiv. Zudem macht ein kostenpflichtiges Abonnement kaum einen Unterschied: Sowohl kostenlose als auch Premium-Nutzer werden von denselben Drittanbietern getrackt.